In letzter Zeit komme ich mit immer wieder vor wie eine streunende Katze. Meine Wege sind nicht gerichtet, es zieht mich dorthin, wo ich mich auch alleine wohl fühle, weit raus in die Natur. Beim beobachten der Menschen merkt man deutlich, wie sie in ihrem Trott laufen, ohne einen Blick nach links oder rechts – nicht mal an einer Kreuzung – hauptsache das Ziel schnell erreichen! Ich spitze meine Ohren, dort pfeifen Vögel. Grillen zirpen. Wenn man genau hinhört, hört man den Wind in den Blättern rauschen, ein knarzen eines Astes. Ein Steinchen kollert durch meinen Fußtritt davon, ich drehe mich um, schau ihm nach bis er liegen bleibt. Die Menschen sind Steine, wenn man sie anstupst, dann rollen sie ein Weilchen, dann bleiben sie liegen. Keine Reaktion. Stille. Wer außer mir hört heute noch, und schaut sich um? Ich sehe Wolkengebilde, bleibe ein paar Sekunden stehen, und wundere mich, wie die Wolken wohl so annehmliche Formen einnehmen können. Ich bin direkt fasziniert. Ich halte das Bild fest in meinem Kopf, denn nie wieder werden die Wolken so stehen. Ich behalte viel im Kopf. Ich versuche nicht zu filtern. Ich will alles hören und sehen, ich will es spüren dass ich lebe!

Ich lebe!

©Noah Essl, Jun. 2010

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