Im fernen Lande, wo ich einst ihr lockig Haar im warmen Winde wehen sah,
tun auf sich Klüfte im Morgengraun, zerbricht die Erd’ wenn wir gen’ Süden schaun.
Im letzten Licht der Sterne die so fern am Horizont verblassen,
schwindet Dunkelheit, macht platz dem Licht der ersten Sonnenstrahlen und wärmt den Steine auf welchem wir einst saßen.

Zu finstrer Stund’ mit Regenwetter im Gemüt
von diesen Tagen ich mir in Gedanken ruf’ die Zeit da noch die Liebe blüht.
Dort wo erstes blitzen in der Mittagshitze einen kühlen Trunk verspricht
und wir ruhten in dem Schatten, geschützt von all der Sonne glühend Licht.
dort wo unser Kleider wogten in des Wüstenwindes warmen Wehen,
sahen wir an diesem unbeschreiblich schönen Abend den brennend Feuerballe unter gehen.

Trunken von der Farben frohen Sommernacht als unser Geist sich zu den Träumen hoch erhob,
die aufziehende Abendkälte sanfte uns in den Schlafe wob
Ein Klirren wie von ‘brochnem Glas mich aus meinen Gedanken reißt,
da mir bewusst, der nächste Wegpfeil mir die neue Richtung weist.

Hoch auf die Beine, besteige das Ross, im Galopp in Richtung Süden muss ich los,
will nocheinmal erleben Freiheit dieser güldnen Zeit,
mit ganzer Kraft dem Morgenland entgegenstreben – der Weg scheint noch so weit.

Als dann die Sinne bald sich schärfen durch des Meeres salz’gen Geruch
mein Pferd schon schwach und lahm im Halbschlaf noch dahinne trottend
Schleppend wir erreichen des Sandes Land zu einem aller letzten Besuch.

©Noah Essl, Jun. 2010

Advertisements