Zuvor: “Also” sprach Herr Bert

‘Ja oder Nein?’ – Das war die Frage die in Berts Hirn herumspukte. Und es war nicht einmal die Frage, nach der er suchte. Es war sogesehen eine Vor-Frage, die geklärt werden musste, bevor er zur eigentlichen Frage weitergehen konnte.
Er wollte die Träume kennen. Er musste die Träume kennen. Träume stellten zweierlei Gebiet in seiner Frage da. Einerseits waren Träume Gedanken. Man dachte sie, ob man nun schlief, und sein Unterbewusstsein die volle Hand darüber walten ließ, oder ob man sich einem Tagtraum hingab, der viele Wege gehen konnte. Andererseits existierten Träume nur als Erinnerungen. Jeder konnte sich an irgendeinen Traum erinnern, jeder besaß ein Stück dieses scheinbar ungreifbaren Teiles der Welt.

Es hatte tagsüber geschneit. Herr Bert war schnellen Schrittes zu seiner Unterkunft gestapft, denn die Kälte welche den letzten frühlingshaften Tagen folgte wurde blitzartig spürbar, wenn der Wind die Kleidung etwas beiseite wehte. Wenn man ihn so sah konnte man denken er schliefe, doch wenn man seine Hände erblickte und was er darin hielt, musste man mit Erstaunen erkennen, dass Herr Bert mit geschlossenen Augen in ein kleines Büchlein schrieb.

Man könnte es auf “Man kann alles träumen” beschränken, jedoch war das keineswegs die Antwort auf die Frage. Träume schienen keinen logischen Zusammenhängen folgen. In einem Traum schien jedes Naturgesetz wie weggeblasen, inexistent. Man konnte Visionen von sich selbst, oder von einer komplett anderen Umwelt haben.

Herrn Bert entwich ein leises Flüstern. “Sind Träume begrenzt durch unsere Erinnerungen?”

Advertisements