Sonne und Schafe

Veles – Südlichster Punkt

Die folgende Gegend Richtung Osten von Mazedonien ist wunderschön, sanft hügelige Ebenen voll goldenem Gras gemischt mit Sonnenblumenfeldern und gesäumt mit orange-gold-grünen Bergen. Man hat einen enorm weiten Blick und man hat ein schönes Gefühl von Freiheit wenn man dort durchs Land fährt. Nach einer Mittagspause mit Gemüsereis gings weiter, am Weg immer wieder ein Eis bis wir auf einen lustigen Mann stießen der einen Mitsubishe-Jeep fuhr und uns Sturz betrunken aber fahrend erklärte wo seine Villa stünde und es hatte allen Anschein danach, dass er uns dort erwartete oder so, schwer zu verstehen. nachdem Hias kurze Bedenke äußerte entschieden wir Einstimmig dagegen und suchten uns ein gemütliches Platzerl am Flussufer. Wer weiß, so wie der aussah konnte er auch gut von der Organmafia sein.

Strömungsfrei

Am Fluss verbrachten wir die Nacht. Irgendwann wachte ich auf mit einem mulmigen Gefühl im Magen. 5 Sekunden wach und mit lief schon die Spucke im Mund zusammen und ich kam gerade noch aus meiner Plane kriechen da schoss auch schon Reis, Gemüse und Eis aus meinem Mund. Gemischt mit Brot und Tunfisch. Tschüß gutes Essen. Ich hasse Kotzen. nicht weil es ekelhaft ist oder unangenehm schmerzt, sondern weil man da verdammt nochmal gutes Essen verschwendet.

Essen, welches einem Energie für den nächsten Tag liefern sollte.

Brücke + Loch = Klo

Indianer?

Wieder im Bett kamen Magenkrämpfe und nachdem ich kurz darauf Hias reihern hörte gings bei mir auch nochmal los. Bis morgens hatten wir uns alle 3 schön ausgekotzt, irgendwas am Essen wird wohl nicht gepasst haben. Wir entschieden uns zu bleiben und nahmen erst mal ein Sonnenbad. Ein Sonnenbad welches bei mir und Hüd zu einem kleinen Sonnenstich führte und meinem Bauch eine Indianerfarbe verpasste. Hias musste noch mal kotzen und Hüd gings auch noch nicht perfekt und so dösten wir halbkrank dahin bis der Himmel zuzog und wir uns in unsere Kaschemmen zurückzogen weil es zu regnen begann. Die Nacht verbrachte ich die ersten 2 Stunden damit meine improvisierte Zeltstange zu richten damit das Wasser von der undichten Plane rechtzeitig abfließen konnte aber danach ließ ich es sein. Zwar wachte ich 1-2 Mal auf weil es nass war aber bis zum nächsten Morgen war ich wieder trocken. Mir ging es sogar richtig gut, und auch die anderen waren bis auf Sonnhilds Kopfschmerzen beschwerdefrei. Endlich ging es weiter. Wieder mal in die Berge. Richtung bulgarische Grenze. Hüd und Hias waren durch wenig essen noch etwas schwach aber in mir pochte die Motivation.

Wir kamen bis 5km vor die Grenze nach Bulgarien, rasteten endlich wieder mal auf 860Meter und ich freute mich schon auf ein Frühstück. Die am Vorabend entdeckten Flusskrebse durften in der Früh jedoch weiterleben, wir hatten doch irgendwie keinen Hunger auf Hummer am Morgen. Wäre wahrscheinlich auch schlecht im Magen gelegen, denn es begann gleich mal fett steil bergauf zu gehen. Oben am Pass angekommen holten wir uns bei der Mazedonien- und Bulgariengrenze jeweils einen Stempel für den Pass, wobei bei der BG Grenzefrau ihr Windows abstürzte. Zur allgemeinen Belustigung.

oft gesehen

immer ignoriert

Coffee-Session

Ortschaft – vergessen

Dann gings wieder bergab, eine gute 1/4h zwischen 50km/h und 60km/h. So langsam beginne ich Motorradfahrer zu verstehen. Steiles Feeling sich in den Windschatten eines LKW’s zu hängen. Der erste interessante Eindruck von Bulgarien – nach einem Bauerndorf mit grottenschlechtem Asphalt – war ein fettes METRO-Kaufhaus. Es folgte OMV und nach einem Kaffee an der Tanke ein Clausthaler Alkfrei “Imported from Germany”. Man fühlte sich beinahe wie zuhause. Das der Kaffee an der Tanke 50 Cent kostete aber das Bier 1,50EUR machte wieder mal klar wie tremendously überteuert Kaffee bei uns ist. Wir verlassen Blageovgrad.

Auf einer Autobahn wieder mal. Noch 2-spurig mit Pannenstreifen.. nach ca. 2 km schaut die gleich stark befahrene Straße wie zuvor aus wie bei uns eine Bundesstraße, sogar mit Zebrastreifen und “Achtung” Kinder & “Achtung” Weidevieh Tafeln. Nachteil: die LKWs die Montags vormittags wie die Bienen schwärmten hatten ca 5 cm links und rechts Platz wenn sie uns überholten. NICHT ANGENEHM. Aber nichts konnte unsere Motivation trüben, wir waren ja endlich in Bulgarien angelangt. In Dupnitsa entschieden wir uns dann essen zu gehen. Es kostete alles zusammen ~18EUR. Da war dabei:

3x Mineralwasser

1x Puten+Schweine+Rindsschnitzel mit Garnitur

1x Pizza klein

1x “Chefs”-Speciality=Schwei+Putenfilet+Gurken+Tomaten+Kaltes Kartoffelpüree

3x Espresso

2x Palatschinken Honig/Schoko

Das ganze lag so schwer im Magen, dass wir ca. ¼ unserer Zeit am Heisl verbrachten und dabei wieder mal eine Klopapierrolle mitgehen ließen. Hatten wir noch nie gekauft auf der Reise. Mit schmerzhaft vollem Magen quälten wir uns dann Richtung Penny wo wir noch ein paar Sachen einkauften – Hüd und Hias unter anderem einen “Coffee-Creamer” den sie für Kaffee hielten – und dann fuhren wir schleichend aus der Stadt auf der Suche nach einem Pennplatz. Den fanden wir wieder mal auf einer schon etwas älteren Müllhalde. Müllhalden muss man sich merken, meist unbesucht und solange kein frischer Müll auch verlassen von Getier und Hunden. Mit Plane und Seil baute ich mir eine Spezialkonstruktion in den ersten Regentropfen. Regen hatten wir auch schon auf der Fahrt nach Dupnitsa aber meistens retteten wir uns unter das Dach einer Tankstelle wo Hüd und Hias ihre Durchfallproblematik zu lösen versuchten. Meine Konstruktion war definitiv Wettbewerbsreif. Und sie hielt die ganze Nacht. Dies an sich ist ja keine Kunst, aber man muss bedenken, dass wir von den 9 Stunden Nacht ca. 7h “Thunderstorm” hatten. Gottseidank kam das Zentrum des Gewitters nicht näher als 3 km, denn es war auch so schon zu fürchten und so verbrachte ich die Nacht bangend um die Plane die im Wind und Sturm vom Regen gebeutelt flatterte und betete zum Haring-Gott, dass alle in der Erde blieben. Meine Gebete wurden erhört!

Der Berg ruft

Nach Dupnitsa gings langsam bergauf, früh morgens mal auf einen 1000der den wir uns hinaufschufteten, oben angekommen Obst zur Stärkung und schon düsen wir wieder bergab. “Gefühlt” bergab. in Samokov – unserem Mittagshalt – waren wir trotz allem noch auf knapp 900 Meter, dort stiegen wir bei Billa ein und kauften uns Zeug zum Grillen, fuhren noch ein Stück und ließen uns in einem Flussbett nieder, welches von Fruchtbarkeit nur so strotzte, jahrhunderte alte Bäume, alle möglichen Pflanzen in groß und ein Hirte der mit seiner Herde rumhing. Dort ließen wir uns nieder mit der plane als vorbeugendem Regenschutz und machten ein kleines Feuer an dem wir unseren Mittag verbrachten. Wir hinterließen wie immer nur natürlich abbaubaren Abfall – und diesmal in etwas stranger Form. Wir hofften dem Hirten eine Grinsen aufs Gesicht zu zaubern.

Grillplatz

Überraschung

Regionalstraße 588

Dann ging es durch die Hügel weiter, bergab, bergab und bergab. Bis Novo Selo – wir hätten schon früher abbiegen sollen aber vergessen, also wieder zurück und nochmal – diesmal auf der richtigen Strecke – bergauf und noch einmal auf 1000 Meter. Dann gings erst richtig bergab. und zwar mit RICHTIG bulgarischen Verhältnissen.

Bucklige Welt

Apfelgarten

Schlagloch an Schlagloch, ein Teppichmuster vom feinsten. Immer weiter steil bergab in der Abendsonne der vom Regen schwangeren Luft hinterher und links und rechts sowie hinter uns die bewaldeten Hügel und Berge Bulgariens, am rechten Horizont die 3000der. Nach weiteren euphorischen Höhenmetern pflanzten wir uns in ein Apfelbaumfeld und verbrachten dort die Nacht – zwar etwas uneben aber bis auf Gelsen ungestört.

Kurz vor Dupnitsa hatten wir 2 Serben getroffen, das hab ich vergessen zu sagen, die waren – einer jung einer alt, vllt Vater und Sohn – wunderbar verrückt und schienen das gleiche Motto zu haben wie wir, sie waren am Weg nach Griechenland, an die Küste und schienen auch auf alles zu scheißen, Hauptsache verrückt und Spaß dabei. Weiter gings in die bulgarische Ebene, eine Straße, immer gerade aus. Wenn eine Kurve war, war sie 1 km vorher angeschrieben, mit Überholverbotsschildern, “Achtung Steilkurve”-Zeichen, einer 60er Tafel und machte den Eindruck von Tod und Verderben, aber wir bekamen nichts davon mit, da es meist ein minimaler knick in der Straße war so dass man halt nicht bis ganz nach vorne sah. Eigentlich eine 2-Spurige Bundesstraße die zu Belieben der Befahrer bis auf eine 4-spurige Autobahn ausgeweitet wurde. Langsame Fahrzeuge fuhren einfach rechts, automatisch, und wer vorbei wollte dachte sich einfach die Mitte der Straße als Überholspur – und fertig. Scheint hier ohne Probleme zu funktionieren, kritisch nur bei protzigen Tourikarren von denen sich die eine oder andere immer wieder mal verschätzte und dem einen oder anderen entweder zu müden oder zu betrunkenen LKW (VERB???). Speisen taten wir wieder mal ziemlich gut, einen Salat, Gurken, Tomaten und geriebenem Feta mit einem Schuss Olivenöl und Essig, eine Hühnersuppe mit Reis die nach Tobasco schmeckte nur dass sie nicht scharf war und dann Pommes mit geriebenem Schafskäse und 2 so hmm…. Kebapchi oder Chewabi oder so, was gegrilltes halt. Danach Espreso und ein OBERfettes Stück Torte für jeden von uns. Dann Kack-Äcktschen. Weiter ging unsere Reise.

Unser Schatten

Durch die Ebenen Bulgariens, immer gerade aus. Die erste Abwechslung waren ein paar wellige Hügel, die uns dann aber bis zum Meer blieben. In Stara Zagora trafen wir einen Kanadier der selbst auch schon von so einer Reise träumte und Fotograf war, er machte ein Bild von uns und gab uns seine Visitenkarte, wir sollen ihm schreiben dann schickt er uns das Bild. Leicht zu beschreiben sind die Städte Bulgariens nicht. Die Häuser sind – wie überall seit Slovenien nicht fertig gebaut, nicht verputzt und überall wachsen neue Häuser oder verkümmern alte. In den großen Städten ist die Infrastruktur meist gut erhalten, es gibt Omnibusse und die Straßen sind in Ordnung. Etwas verrückte Kreisverkehre haben die Kollegen hier und für Fahrradfahrer gelten so gut wie keine Regeln, Aber dafür gibt es an jeder Ecke ein Kaffeehaus und der 45¢-Espresso haut mich jedes der 5-10 Male am Tag wo wir einen trinken dezent aus den Federn und aus der Fassung. Zum Essen fanden wir diesmal nichts, also musste ein Kebap herhalten in dem interessanterweise Reis, Pommes und viel Gemüse mit wenig Fleisch und anstatt guter Joghurtsauce gabs ‘n fetten Batzen Majo und Ketchup drauf. Bäuche voll und weiter, in der ferne ziehen Wolken auf und die Tropfen des ersten Regens verfolgen uns bis an de Küste. Zuvor gings allerdings noch über 1-2 Hügelrücken die an unserer Motivation sägten. in Aytos hatten wir 2 Sofianer getroffen, die selbst auch mit dem Rad unterwegs waren und die empfohlen uns Ravda als kleine Stadt die sich übers letzte Jahr etwas entwickelt habe. Als wir in die Stadt eintrudelten gings schon auf den späten Nachmittag zu und das Wetter war nicht all zu toll. Aber wir gingen trotzdem erst mal essen. Dort fragten wir nach etwas zum pennen, denn Schilder waren uns keine aufgefallen, und auf dem Stadtplan am Center waren nur Hotels eingezeichnet. Ich entschied mich nach etwas herumkurven an einer unauffälligen Bar zu fragen – und siehe da, der Herr hatte einen “Room” zu vermieten. Per Handy holte er seine Frau die es uns zeigen werde. 40 Lev/night, no cooking, room only. Im Endeffekt war es eh ein kleines Apartment wo uns 3 komplett perplexe Mädels als Dolmetscher unser Zimmer zeigten. Sie waren so erstaunt und konnten nicht glauben, dass wir wirklich von Österreich hergefahren waren – per Rad. Zeug verstauen.

ICH bestelle Bier

BETT

Ruhen am Kai

Dann gingen wir an den Strand hinab, setzten uns ein bisschen auf den Stein-Kai und badeten dann – bis der Regen kam ein bisschen in den aufkommenden Wellen. Daraufhin genossen wir noch zu dritt 1 Bier und ein paar frittierte Mini-Fisch und dann gings in die Haia. in ein BETT. Seit 32 Tagen das erste mal. Aja. und vorher DUSCHEN wir. das zweite Mal seit 32 Tagen. Trotz der Gemütlichkeit wachte ich nachts zweimal auf. Aber das kümmerte mich nicht weiter. Am Abend zuvor hatte ich mein erstes Bier seit 19. Februar getrunken und ich stand dem ganzen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits hasste ich mich dafür, dass ich meinen Vorsatz gebrochen hatte, andererseits jedoch konnte ich mich verstehen. Es war ein Dilemma und ich komme schon wieder nicht mehr raus.

Blonde Haare

Rote Haare

Hippie-Style

Der nächste Vormittag wurde genutzt um etwas einzukaufen. Vorbei an RayBen, DG und Adidas Fälschungen um 5EUR gabs für mich eine Badehose und für jeden Semmeln, Butter und Brombeermarmelade. Danach gabs Strand, Sonne und Meer. Bis in den Nachmittag. Nach einer – und diesmal GUTEN Pizza – gings nochmal auf Shopping- und Geldabhebetour und noch einmal in die Nachmittagswellen des Meeres die an den Strand brandeten. Darauf noch ein bis zwei Bier und Fisch und noch mit einer Melone an den Strand die wir – ohne jegliches Werkzeug – also mit Händen und Füßen öffneten, in uns hinein quetschten und bis zum Ende verputzten um mit schmerzendem Blähbauch ins Bett zu kippen und nach ein paar Minuten einzupennen. Diesen Abend schlief ich durch. Die Mutter des Familienbetriebs bei dem wir wohnten war so lieb und wusch unsere Wäsche, einen fetten schwarzen Sack voll der stank dass es zum genießen war.

Gesundheitscheck

Ausruhen

Der letzte Tag am Meer verlief am Strand und sonst relativ Ereignislos. Am Tag der Abfahrt blieben wir noch auf 2 Kaffee und ein Frühstück in Ravda und dann fuhren wir Richtung Nesebar los, Richtung Sunny Beach. Dort ist alles voll mit Hotels und Apartments. Fertig gebaute bewohnte und dazwischen gerade fertig gebaute unbewohnte gespickt mit nicht fertig gebauten, zerfallenen und neuen an denen auch gebaut wird. Haus an Haus ist der ganze Strand voll und ganze Hotel-Reihen ziehen sich wie Finger ins Landesinnere bis teilweise sogar außer Sichtweite.

Pizzapause

Sonnenuntergang

Für uns geht es 20km steil bergauf, oben geht es hügelig weiter. Am Straßenrand mitten in der Wildnis stehen vereinzelt Huren. Dann geht es bergab, die Straße verleitet zum übertreiben und dort wo Autos 30 fahren müssen preschen wir mit 40-50km/h durch. In einer Ortschaft die recht verlassen wirkt essen wir eine Pizza. Dann kommen wir in einen kurzen Regen und als die normale Straße zu einer Autobahn wird und wir wieder mal ein paar Kilometer bergab heizen ist klar – das da vorne ist Varna. Kurz vorher sind wir Richtung Meer abgebogen, das Meer bildet dort eine Art See der durch den Hafen von Varna abgegrenzt wird. Dort haben wir dann unter den neugierigen Blicken von 3 Streunern unsere Gnoggi gekocht und verputzt und sind pennen gegangen.

Lustiges Graffiti

Best Friend

Malerisch

Varna ist groß. Und hat eine riesige Fußgängerzone. Da haben wir nach einigem cruisen mal einen Kaffee verputzt und ich habe mir ein “traditional bulgarian Breakfast” gegönnt. Bläterteiggebäck gefüllt mit Käse und dazu “cold joghurt drink” auch als Ayran bekannt. Zuerst sprach uns ein älterer Mann an der uns Drogen verkaufen wollte. Für 20 Lev das Gramm. Preise wie in Wien auf der Straße. Wir brachten ihn auf 15 Lev herunter nahmen das Angebot dann aber nicht an. für 10 hätten wir es einstimmig genommen. Der zweite der uns ansprach war ein Bulgare dessen Kinder in Frankreich leben der sich immer wieder mit Fremden trifft und unterhält. Wir fragten ihn nach einem Musikgeschäft zu dem er uns dann auch plaudernd führte. Dort kaufte ich mir eine Trommel aus Alu. Sehr leicht, leicht zu reparieren. Winning!

Offene Küche

Bordstein-cooking

Aus der Stadt heraus fuhren wir bis Balcik, dort kauften wir Nudeln und Sugo und setzten uns auf den Gehsteig mitten vorm Meer direkt neben einem Restaurant – und kochten auf. Bis auf einen Engländer der auch schon mal eine Radreise gemacht hatte sprach uns keiner an, jedoch die Blicke sprachen klare Worte. Es war alles dabei, von tiefer Abneigung bis direkter Freude.

Stop – hier bleiben wir

Offroaden

Nachmittagssonne

Dämmerung

gehts zufriedener? Nein!

Guten Morgen

Post nach Hause schicken

Sonnenaufgang

Schlafplatz, Nr. 1

Von Balcik aus gings dann an der Küste weiter. Hier sind die Thracian Cliffs, bis zu 40 Meter hohe Klippe die sich über sicher 30km am Schwarzen Meer entlang ziehen. Die Straße ist ziemlich hügelig und es ist nicht leicht zu fahren und da die Sonne schon Richtung Horizont wandern wollte entschieden wir, als wir der Aussicht aufs Meer wegen stehen blieben, einen Platz direkt auf den Klippen zu suchen. Natürlich fanden wir den auch. Hüd und Hias versuchten erfolglos sich bis zu Meer hinunter zu kämpfen während ich meine Trommel drosch und dazu Naturlaute von mir gab. 30 Meter unter mir rauschte das Meer taktlos. Am nächsten Morgen gabs einen tollen Sonnenaufgang, leider nicht direkt über dem Meer, da die Küste ins Bild ragte.

Schiffswerft

Schiffswerft

Dann gings weiter Richtung Romania. Endlich wieder mal eine Grenze. Über Grenzen fahren ist einfach zu geil. In Rumänien kommt man als erstes durch Varna Veche, DAS Hippi Dorf. Dort ist Campieren gratis und angeblich viele lustige Leute und tolle Stimmung. Alles was ich davon mitbekam waren ein paar zerfallene alte Wohnwagen, graue, trostlose Atmosphäre und keine einladende Gesten von den dort Residierenden. Darum sind wir nur durchgefahren. Als nächster Ort kam – ja wirklich – “2. Mai”.

2. Mai

23. August

Dann folgten Orte wie “Saturn”, “Venus”, “Merkur”, “Neptun”,… alles voll geschissen mit Touris, grauenhaft. Diese kleinen Ortschaften (jeweils Hotels + Strand) haben zusammen einen eigenen Flughafen damit fetter Opa und faule Hausfrau direkt ins Hotel fliegen kann. Aber Gaskartuschen… Gaskartuschen gab es keine. Dementsprechend Hungrig war die Stimmung. In “23. August” wollten wir noch einen Kaffee trinken, aber es gab kein auch nur annähernd passables Kaffeehaus, nur 1,5 komisch wirkende Hütten aus denen unfreundliche Gesichter starrten. Also sind wir weiter gedüst.

grml

Constanta vor uns

Unterwegs warf ein Motorflugzeug “Wasser”welches nach Lack und Chemikalien roch über uns ab. Anscheinend “goss” er die Straße damit. In Angst um unsere Gesundheit und Sicherheit (HAHA) und dadurch, dass es schien als käme kein ruhiger Platz mehr vor Constanta suchten wir uns einen Platz abseits der Straße. Nach kurzem hin und her wurde der Badestrand gewählt wo wir uns unter einigem Sichtschutz mit den Rädern unter der Plane verbauten.

Morgensport

Ankommen am Strand

Morgends weckte mich der Sturm, der die Plane peitschte, als sei der Teufel in ihn gefahren. Zuerst – es war wohl so gegen 4 – vertaute ich die Plane noch ein bisschen und hoffte auf Besserung aber als es um 5 nicht besser wurde regten wir uns langsam und krochen aus den Federn.

Unbeschreiblich – unbezahlbar

Die Sonne war kurz vor dem aufgehen und es waren keine Wolken direkt am Horizont die den Blick versperren könnten. Ich entschied durch die morgendlichen heran rollenden Wellen zu joggen und als ich 20 Minuten später wieder beim Zeltplatz ankam und dehnte tauchte ein feuerroter Ball über dem Meer auf und ließ mit den türkisen Wellenbergen mit den weißen Gischtkämmen und den ausgrauenden Wolken am Himmel ein traumhaftes beinahe märchenhaftes Bild entstehen. Es erinnerte mich an ein Puzzle das ich früher hatte, wahrscheinlich kennt es eh jeder, Meeresstimmung, halb unter und halb über Wasser, alles voll bunter Fische und am Himmel Planeten und Sonnen. Genau wie die Wellen auf diesem Puzzle sahen die hier in echt aus. Die dies untermalenden Wellengeräusche und der brausende Wind vervollständigten diesen Moment für mich zu etwas unvergesslichem.

Next Stop Constanta.

Kunstmuseum Constanta

Muzeul de Arta

Edgar?

Ziemlich große Stadt. Nach einem englischen Frühstück im Kaffee am Hauptplatz, dem Besuch des Museum of Art (von außen) und einer Postkartenschreibaktion fuhren wir Richtung Citypark, der Einkaufsmall der Stadt und schlossen danach aus unseren Erkenntnissen, dass Rumänien teilweise gleich teuer sei wie Österreich. Für das, was wir uns eigentlich erwartet hatten, und zwar noch billiger als Bulgarien zu leben war dies leider das KO.

In Constanta trafen wir ein deutsches Radfahrerpaar welches seit 8 Wochen unterwegs war nach Istanbul mit Flug nach Hause und einem jungen Schweizer der den Donau-Eurovelo durch fuhr. Dann folgte aufgrund unserer Entscheidung dem E87 zu folgen anstatt der Küste dem Wind ausgesetzt zu sein eine äußerst abwechslungslose Ebene die wir nach Norden zu durchqueren begannen.

Man achte auf den Müll –

und die Anzahl der Mülleimer

Flachland

Die nächsten km waren sehr … gerade. Wenig Verkehr und die Straße nicht schlecht, aber keine Kurven und nur ein bisschen wellig bis hügelig. Da wir anscheinend auf einer alten Hauptverbindung fuhren waren die Leute zwar Abwechslung gewohnt, aber als wir in Cogelac, einem kleinen Dorf im Park unsere Nudeln kochten und einen Kaffee in einem Kaffeehaus-Pizzaria-Lokal einnahmen ernteten wir Blicke aller Art. Wie wir dann los fuhren spielte es – mit einem abrupten Umschalten – “time to say goodby” was uns sehr verwunderte.

Typisches Haus

Guten Morgen – Kaffeepause

Etwa 50 km später bogen wir gen Sumpfland auf die Straße ab, welche außen an der Wasserlinie des Deltas verläuft. Hier begannen die Dörfer richtig urig zu werden. Die Durchgangsstraße war schön gepflegt und überall blühten Blumen und frisch gestrichene Zäune – und dahinter ein “Bauernhof” in Miniaturform. Abwechselnd standen richtig protzige Bungalows herum an denen man die Einkommensschere gut erkennen konnte.

Bunte Bungalows

Donau Delta

Von der Küstenlinie weg wieder ins Landesinnere tauchten wir in eine Ebene Sondergleichen hinein. Eine sich auf einem Hügel erhebende Burg in einer Ebene die so weit das Auge reicht überschaubar war wäre der perfekte Schlafplatz gewesen, allerdings war sie bewohnt und wir wollten noch ein paar km machen. nach dem überqueeren von ein paar Hügelketten kommt man dann nach Tulcea, der letzten großen Hafenstadt an der Donau.

Pizza und Alkfrei!

Donau-Delta-Abendsonne

Dort gabs mal Kaffee, Bier, Pizza und einen Bäcker! Mit vollem Bauch erkundigten wir uns nach einer Bootsfahrt hinaus ins Delta zu der Ortschaft Sulina – dort hätten wir pennen wollen – jedoch fuhr kein Schiff mehr hinaus und selbst das Ticket hätte 50Lev gekostet. Ziemlich teuer, Touristenpreise halt. Ein wenig enttäuscht fuhren wir also Richtung Westen los, einem rot-lila glühendem Sonnenball entgegen der gerade am untergehen war und dann campierten wir in einem Weinanbaugebiet.

Schlafplatz Weinberg

Njam Njam ?

Am nächsten Morgen standen wir schon recht früh auf. Die Straße verläuft hier am Rande des Donaudeltas, ziemlich kurvig, ziemlich hügelig – richtig abwechslungsreich und angenehm. In Isaccea nahmen wir einen Kaffee und ein Fara Alcohol und checkten uns beim Bäcker ein paar Bretzen. Zwischen den nächsten Hügeln konnte man schon Galati erkennen und als Hias beim kacken mehrere Hanfpflanzen entdeckte waren unsere Augen für die Botanik rundherum ziemlich weit offen und wir erkannten staunend und unseren Augen nicht trauend buschweise Hanfpflanzen die gerade zu blühen begannen.

Was wachset so schön am Straßenrand?

Es sind hunderte Hanfpflanzen in einem fernen Land!

Olè!

schippern

Wir fanden aber nur eine mit klebrigen Blüten und die packten wir einfach mal ein. In Galati wollten wir uns Papers checken, aber zuerst mal schön mit der Fähre über die Donau übersetzen und im Kaffeehaus nach einem Restaurant fragen. Das Restaurant suchten wir uns aber dann selbst und wir erwischten eines mit toller Atmosphäre, einer Kellnerin die uns gutes Essen empfahl – und überlaute Techno-Mukke die auf Verkaufsständen um die Ecke gespielt wurde. Das Essen war trotzdem tadellos.

Irgendwo zwischen Tulcea und Galati

Wir sind …

… Hippies!!!

Danach erfuhren wir, dass es keine Papers gibt und, dass alle nur Zigaretten rauchten und so sahen wir uns gezwungen eine Packung zu kaufen, Es wurde schon unangenehm Finster und die Schlafgelegenheit die wir erwischten war nicht die tollste. Am Stadtrand von Galati hinter einer zerfallenen Produktionsstätte mit einem Bahnhof in Hörweite. Die Nacht wurde begleitet von einem Konzert von Hunden, durchgehend! Die wissen nachts wohl nichts zu tun.

Schlossgold im Cafè Maximus

Am nächsten Morgen gings weiter nach Braila. Braila hat eine sehr schöne Altstadt und wie Galati schon riesige alte Bauten, Universitäten, Museen und alte wahrscheinlich Kaufmannshäuser. Im wohl bonzigsten Kaffee – im Maximus – kauften wir einen Kaffee und ein Schlossgold – welches uns in der Dose + Glas an den Tisch gebracht wurde. Nach einem Espresso und einem Eiskaffee in der Fußgängerzone weiter aus Braila hinaus in Richtung der Seen die wir als Ziel für den Tag hatten. Am Weg kommt man durch richtige rumänische Dörfer, je weiter weg von großen Städten desto mehr. Als uns in einem Dorf der Polizist mit Folgetonhorn zum stehen brachte war das ganze Dorf zur Stelle und gaffte uns an. Der Bulle erklärte uns freundlich, dass der Schotterweg der nun käme nicht so toll sei um mit dem Fahrrad zu fahren und dass wir einen anderen Weg nehmen sollten, aber wir schissen dezent auf seinen Rat. Hatte zur Folge, dass wir auf einem Schotterweg endeten, einem Schotterweg der sich noch ziemlich zog.

N44°53,544′ E26°58,079′, 8:19pm, Loc. Maisfeld, T-1226km, Zustand kritisch!

Ich liege gerade in Bukarest, im Funky Chicken Hostel im oberen Teil eines Stockbettes. Unten sitzt Sonnhild und zeichnet. Zwei Frauen mit großen Koffern packen schweigend ihre Sachen aus. Mit uns wohnt ein Mitte 50 Jahre alter Mann, weißes Haar, an den Füßen von Sandalen gebräuntes Muster – wie ich. Wir kommen gerade von einem Stadtrundgang.

Als wir von Faurei losgestartet waren war alles TipTop. Erst als Hias vor 2 Hufeisen eine von euphorischer Sammlerlaune erregte Vollbremsung machte, welche Hüd mit voller Wucht in uns reinpreschen ließ, sank die Stimmung schlagartig.

Hüd liegt weinend am Boden, Hias steht perplex und geschockt am Rad, die Sonne heizt herunter und der nächste 40-Tonner rollt donnernd mit 100km/h aus der Ferne heran.

Schatten!

Räder in die Wiese!

Sonnhild auf die Schultern stützen!

Zum nächsten Baum!

Schürfwunden desinfizieren!

MDS-Schema anwenden!

Der Fuß tut weh, der Muskel verhärtet sich langsam.

Ruhe bewahren!

Hoffentlich kein Oberschenkelbruch. Schmerzcheck – Sonnhild soweit OK!

Ruhe und Wasser

Eine Packtasche von mir ist abgerissen. Der 2m² -Schattenplatz 30cm von dem Hauptverkehrsweg entfernt ist unpraktisch, also schnell die Räder flott gemacht – Ortlieb sei für die stabile Konstruktion ihrer Taschen gepriesen – zur nächsten Kreuzung. Sonnhild rollt, sitzend, mit Schmerzen. Beim nächsten Platz abseits der Straße wird geruht. Sonnhild liegt, den Fuß entlastend, auf ihrer ISO-Matte im Straßengraben. Es wird nicht schlimmer und wir hoffen auf das Beste.

Bukarest

Palast

Als wir in Bukarest das Hostel verlassen führt uns unser erster Weg mit Stadtplan an einem Cafe vorbei und dann durch einen wunderschönen Park. Kein Park den ich bisher gesehen habe kommt an den ran. Etwas weiter erreichen wir den Parlaments-Palast. Ja, Palast! Ein überwältigendes mächtiges Gebäude welches alleine durch seine Größe Eindruck verleiht. Hoch motiviert stolzieren wir an den Brunnen des pompösen Hauptboulevards entlang.Vor Hunger ganz Banane und von den Gebäuden stark beeindruckt geht es durch einen Teil der Innenstadt bis zu einem günstigen Kebap-Stand der erstaunlich gut war. Dann rief der Magen wieder nach Kaffee und so setzten wir uns in eine kuschlige Kaschemme – sehr italienisch anmutend – und kippten den ersten Espresso. Dort – zum ersten mal seit wir losgefahren waren wahrscheinlich – hinter einer Glasscheibe im innern eines Kaffeehauses erblickten wir gegenüber das “Krishna-Cafe” und wussten, dass dies der nächste Stopp sei. Gedacht, gesagt, getan. Anstatt eines ruhigen Chill-Lokales erwartete uns jedoch hinter einer Kellerstiege ein Shisha-Cafe mit dröhnender India-Musik wo wir uns am Boden niederließen und 30 Minuten mit einem doppelten Espresso und einer tief inhalierten Zigarette im Gedanken-Nirvana verbrachten.

Hauptbrunnen

Glück im Unglück

Warten

Es muss wohl so um Cilibia gewesen sein. Die Zeit und der Ort waren ziemlich Bedeutungslos. Als der Schmerz in Sonnhilds Oberschenkel erträglich wurde konstruierten wir aus einem Expander und einem Hängemattenseil eine Abschleppvorrichtung für Sonnhilds Rad.

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So ging es dann weiter bis Poganele. Sonnhild im Schlepptau auf der Suche nach einem Schlafplatz. Es wurde ein Maisfeld. Trotz aller Schwierigkeiten mit Sonnhilds Fuß war es eine angenehme Rast und früh morgends waren auch die Schmerzen (bei Bewegungs-losigkeit) verschwunden.

Abschleppen

Trocken

An selbst fahren oder belasten war natürlich nicht zu denken aber es waren nur noch 100km bis Bukarest. Die Stimmung trübte sich mit dem Wetter. Wir hatten Glück bis am Nachmittag, über uns immer dunkler werdende Regenwolken und weit und breit kein Ende in Sicht. Um die Umstände schwerer zu gestalten war unser Plan so nahe als möglich und zugleich so fern als nötig von Bukarest zu nächtigen, denn die Hauptstadt von Rumänien ist mit Vorurteilen nur so zugepflastert. Und in einer kritischen Situation wie unseren konnten wir es uns leisten diesen Glauben zu schenken. Dann begann es zu regnen. Den Wald, welchen wir uns im Navi ausgesucht hatten, erreichten wir schließlich mit einem Umweg über einen schlammigen Acker. Es war eine kurze Regenpause und vom Hunger getrieben bauten wir Zelt und Plane auf. Zum Essen hin gab es wieder mal eine dezente Meinungsverschiedenheit zwischen mir und Sonnhild. Im Nachhinein betrachtet richtig Sinnlos, die genauen Argumente sind mir entfallen, aber im Moment des Zwists sprühten die Funken. Daraufhin gab ich mich einer Stunde meiner Trommel hin und legte mich schlafen. Es regnete. Nachts wachte ich des öfteren auf. Es regnete.

Füße Waschen

Am Morgen waren unsere Köpfe wieder klar und zivilisiert und diszipliniert packten wir unsere 7 Sachen  und verließen  den Wald. Es regnete nicht mehr. Zum Frühstücken wählten wir das erste riesige Einkaufscenter in der Hoffnung, einen McDonalds mit Internet zu finden. Leider nein. Alles nur kein Internet. Also schleppten wir uns nach Butter-Honigbrot und Kaffee weiter in die Stadt.

Romania

Km.: 0

Bucharesti

University Square

Am zentralen Platz – University Square – steht eine interessante Skulptur. Eindrucksvoll. Fahr sofort hin und schaue sie dir an, du versäumst nichts! Der Magen rief schon wieder nach Kaffee, immerhin war das Frühstück schon 30 Minuten her – oder auch 5 Stunden, meinem Magen war das gleich, das Koffein war verwirkt – und so setzten wir und in (wieder einmal) eines der prunkvollsten Kaffeehäuser. Mit ausgestopften Bären und Wildschweinköpfen innen drin und Kellnern die einem die Zigarette anzündeten wenn man aus diesem Grund nach ihnen winkte.  Nach einem kurzen Besuch des Internetcafes war ein Couchsurfing-post unterwegs und 6 Hostels herausgeschrieben. Ich wollte unbedingt ins Funky Chicken und denke die Entscheidung war gut. Das Bett um 10EUR, die Leute freundlich und noch dazu eine zentrale Lage. Ich wünsche mit eine gute Nacht.

University square

Bukarest ist in Ordnung. Wir mussten einmal Hostel wechseln und ein Taxifahrer wollte uns nicht mitnehmen. Der Rest der Stadt folgt in wenigen Bildern, man kann sie schwer beschreiben. Interessant und erwähnenswert ist, dass es enorme Kontraste in der Stadt gibt. Zum Beispiel in der Altstadt. Ein Schicki-Micki-Obernobelrestaurant, daneben eine Pizzeria und ein Pub und die restlichen Häuser sehen aus als ob sie zusammen brechen würden, wobei jedoch 1/3 der Fenster neue Doppelglasfenster sind, 1/3 ältere Fenster nebst älteren Verschlüssen und auch 1/3 wahrscheinlich Originalfenster aus dem vorigen Jahrhundert, leider ziemlich restaurationsbedürftig – aber intakt. Es spazieren die reichsten und ärmsten Leute freundlich, friedlich und glücklich nebeneinander und ein Prolet fährt mit seinem Motorrad mitten in der Nacht einfach so durch die Fußgängerzone und durch die außen stehenden Tische der Lokale zwischen denen gerade mal 1 Meter Platz ist und sich die Menschen dazwischen drängen. Niemand hat ein Problem damit, alle sind gut drauf. Sehr irritierend für einen Österreicher der Wien gewohnt ist. Die Häuser der Stadt sind, angefangen vom kleinsten Bungalow bis zum Parlamentspalast, fast alle eindrucksvoll und sehenswert. Sei es weil sie so pompös wie der Palast, so prunkvoll wie die Villen, so alt, unrestauriert und unangegriffen wie die Altstadt oder so zerfallen wie die Häuser der Armen sind. Man sollte auf jeden Fall selbst hin und genug Zeit und Ruhe mitnehmen.

Impressions of Bucharest

Kontrast

Hostel

Russische Kirche

Für ne Hand voll Glück

Architektur

Bulevardul Unirii

Alkfrei – aber a Tschik

Kunstuniversität

NS-Defense?

Miss You!

Hinter uns liegt

Schild-Fail

5-Spurig zum Flughafen

Fahrrad packen

Wohliges grün überall

Wir verlassen Bukarest. Es geht nach Nordwesten. Schon ab der Stadtgrenze vermisst man die gewohnten Kutschen und die Straßen sind voll mit verrückten Autofahrern. Die Bauern sind um vieles reicher hier. Überall Traktoren, schöne Häuser, teilweise alt teilweise neu, aber fast alle sehr schön.

Ein interessanter Stilmix, zwischen den alteingesessenen Bungalows stehen Holz-Beton-Villen mit leuchtend roten Dächern, schwarz-gold glitzernden Zäunen und geschmückten Balkons.

In der Nähe der Berge beginnen die Blicke der Menschen sich zu verändern – relativ zu den vor Bukarest. Mag es am Sonntag, am darauf folgenden freien Montag oder einfach an der Gegend an sich liegen, wo wir auch am Straßenrand kleine Grüppchen sitzen sehen wird uns freundlich entgegengelacht und entgegengegrinst. Wir sind sehr glücklich und schlafen abseits des Weges hinter einem hausauf der Wiese recht gut.

Am nächsten Tag ging es recht flott voran, durch Pitesti durch nach Ramnico Valcea. Dort wurde im Park gespeist, beim Bäcker ein Naschi geholt und 2 Kaffee getrunken und dann gings auch schon weiter. Am Olt, einem Fluss, welcher die Karparten spaltet geht es nach Norden, langsam bergauf. Ich schlafe meine erste – und letzte –  Nacht in dem Zelt von Sonnhild, nur ums mal auszuprobieren.

Der mächtige Olt

Die Straße im Fluss

Auf Brücken durch den Fluss

Vor uns tun sich Berge auf. Als hätte jemand mit einem Beil die Felswand gespalten frisst sich der Fluss in unsere Richtung. Auf der Karte erkennt man, dass die Karparten hier schön waagrecht von Ost nach West gehen, der Fluss fließt, für mich vollkommen unerklärlich, von Norden nach Süden, einfach durch das Gebirgsmassiv, nicht in einem breiten Tal oder einer ausgewaschenen Ebene, nein, in einer Schlucht. Diese ist beinahe 7 Kilometer lang, teilweise geht es links und rechts senkrecht bergauf und von einer Felswand zur nächsten spannt sich der mächtige Olt. Die Straße verläuft auf einer Brücke, nicht über sondern entlang des Flusses, im Fluss. Zur allgemeinen Erhöhung der Aufmerksamkeit ist die Straße der E81 und von beiden Seiten donnern die Sattelschlepper an uns vorbei. Unangenehm!

Honigverhäufer

Bergsee

In Brezoi geht es weg von der Straße. In ein wunderschönes, fruchtiges Tal. Die ersten spürbaren Steigungen werden von Staumauern verursacht, welche sich durch das ganze Tal ziehen. Oben dann steht man vor einem anmutigen dunkelblauen See an dem es sich zu leben lohnen würde. Durch ein paar weitere Bergdörfer und dann los auf den Pass hinauf. 1571m! Unterwegs Bananenpausen und auch ein Glas Honig haben wir uns bei einem der mehreren Imkern gekauft, die am Wegrand teilweise im Zelt wohnen und oft einen umgebauten, alten, kaputten LKW als Brutstätte der Bienen haben. 10 Lei. Weiterstrampeln. Es regnet und tröpfelt abwechselnd als wir über den Pass wider nach unten fahren Richtung Lacul Vidra.

Sturzmarken

Pass-Foto 1572m

Pass-Foto

Bevor wir gen Pass losgefahren waren saßen wir unten im letzten Dorf und kauften Essen ein. Ein Radler mit einem leichten Rucksack und einer ISO-Matte drauf startete gerade Richtung Pass und grüßte uns. Wir brauchten ca. 1,5h zum kochen, Essen und ruhen und fuhren dann auch los. Etwa nach 2/3 der Passstraße sahen wir vor uns 3 schiebende (!) Mountainbiker, darunter auch der, der uns unten begegenet war. Keuchend und schwitzend movten sie ihre Räder bergauf. Als Sonnhild und ich grinsend und tratschend vorbeifuhren und fragten, wass denn los sei, antworteten sie, es sei einfach zu anstrengend zu fahren. Haha. Denen haben wir es gezeigt. Diese Begegnung ließ uns erkennen, dass wir uns definitiv eine gute Ausdauer antrainiert hatten auf der Reise. Ein gutes Gefühl.

Gebirgshütte-FTW

Unerwartetes Grafitti

Lacul Vidra ist ein schöner Gebirgssee, von dem wir so gut wie nichts mitbekamen da 200 Meter dichter Nadelwald zwischen See und Straße ist. Genug Kilometer hinter uns, schlechtes Wetter, erschöpft von der Steigung sind unsere Nerven am zittern. 6h41min Fahrt, 100km, davon gute 80 rein bergauf. Es ist ein Campingplatz eingezeichnet und etwas zuwider Sonnhilds Willen beschließen wir nicht am See zu pennen, sondern die paar Kilometer zu fahren. In meinem Kopf toben Bilder von einer heißen Dusche – es regnete noch immer – und entspannender Atmosphäre.

Gebirgshütte – 10EUR/Nacht

Am Campingplatz angekommen sind wir ziemlich geschockt von 5EUR pro Zelt, keine Dusche dabei, äußerst unfreundlicher Bedienung und aufkommender Dämmerung. Also ordern wir uns mal eine Hühnersuppe und einen Kaffee. Das holt uns runter, und beschäftigt uns einmal. Wir können unsere Brains mal entspannen. Mit einem Grinsen, nicht wissend warum wir eben noch so verzwickt waren nehmen wir einen kleinen Holzbungalow, 10EUR die Nacht, eigentlich eh ein Fliegenschiss, dazu gibts dann doch eine Dusche in der Berghütte und ein Dach überm Kopf, Matratzen und Wolldecken. Auf 1386 Metern machen wir uns in der Hütte am Gaskocher noch einen Tee und fallen dann glücklich in die Betten.

Pass-Foto 1576m

Kristallklar

Das nächste Ziel ist Salasa de Sus. Dort findet das alljährliche “Couch Surfing Summer Camp” statt. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Zuerst jedoch vom See im Gebirge auf der anderen Seite auf den Pass, 1570 Meter, nur diesmal starteten wir schon etwas höher und so hatten wir es nach ein paar gemütlichen, aufwärmenden Kehren geschafft. Von einer erhofften Abfahrt mit Geschwindigkeitsrausch war leider nicht die Rede denn die Straße sah aus wie nach einem Bombenattentat auf die gesamten Karparten.

Der letzte Berg hinter uns

Bergab

Kutsche – Fast Food

Dafür wurden wir mit einer Aussicht belohnt und die folgenden 15km ging es durch eine wunderschöne Schlucht mit einem Bach mit kristallklarem Wasser und Regenbögen in Wasserfällen, mit frisch grünenden Wiesen wo entspannte Ruhe-Urlauber abhingen und noch immer kaputter Straße mit nur 10 km/h im Durchschnitt bergab. Angekommen in Petrosani nahmen wir uns eine Bank im Park und entdeckten, dass die soeben gekaufte Butter frische Hefe war, und keine Butter. 200 Gramm frische Hefe. Unser erstes Einkaufs-Fail. Wir entschieden die Hefe mitzunehmen, man weiß ja nie. Dann gabs Honigbrot und darauf Kaffee. Auf der Suche nach dem Camp gings immer angenehm bergab. An dem ersten erwähnten Platz wo das Camp statt finden solle, dem Fischer-See mit Campingplatz – war niemand. Also retour und weiter, es gab noch einen anderen Platz der irgendwo erwähnt war bei einem “Fortress”. Durch verwirrt dreinblickende Dorfbewohner gruben wir uns über einen Schotterweg bis zu der alten Festungsruine und trafen dort auch niemand. Schade. In Salasu allerdings gab es eine Hüdde auf deren Einfahrtstoor stand: “Free shelter for travellers” und im Endeffekt waren alle Leute vom Camp hier bei Mihail, einem äußerst engagierten Mann der eine selbstgebaut scheinende Hütte/Haus hatte mit etwa 20 Schlafplätzen und einem wintzigen Kammerl für sich selbst mit Bett und Computer. Draußen gabs angenehme Plätze zum sitzen, Hängematten, fließended Wasser aus einem Improvisierten Rohr, welches von oberhalb im Fluss herabgelegt war. Kein Trinkwasser, Schwermetalle! Ein spaßiges und interessantes sowie informatives Treffen mit all den Teilnehmern.

Free Shelter for Travellers

Couchsurfing – Summer Camp

Fließend Wasser

Pizza am Feuer

Ein herzliches Willkommen

kneten

Improvisierte Betten

Pferd vs. Esel

Ich liege mittlerweile in Ungarn, wir haben soeben die Grenze passiert. Lustigerweise passierten wir 3 §Radfahren verboten” Schilder und dann stoppte uns ein Polizist und wir fürchteten schon Strafe, jedoch wieß er uns nur darauf hin, dass wir eine Warnweste tragen sollten, zumindest hier auf der großen Straße.

Route 66

Change

Routencheck

Der Tag war anstrengend gewesen. Es ging zwar von 700 Metern hinunter, dies aber in Hügelform, abwechselnd bis zu 7% steigung und Abfahrt. Zu allem Schlechten kam noch der Straßenzustand. Eine Buckelpiste, 100km lang prellte der Lenker. Interessant, dass wir trotz der widrigen Umstände 135km machten. Wahrscheinlich tat die Früh-Aufsteh-und-nur-kurz-Pausen-machen-Disziplin iht nötiges. Die letzten Tage war mir nur eines im Kopf: Reisen. Bei Mihail in Rumänien traf ich so einen Haufen verrückte und gemütliche Leute, alle auf Reisen, mit einer solchen Fülle an unbeschreiblich tollen Geschichten. Es wollte mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Den Winter über arbeiten und den Sommer über reisen. Scheiß auf studieren. Scheiß auf Österreich. Es gibt so wahnsinnig viel da draußen das auf einen wartet und ich wurde genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren um darauf scheißen zu können, ich wollte es mir definitiv leisten! Mit diesem Spuk im Kopf sausten wir durch die Lande. Noch traurig, da wir diesen von diesem schönen Ort Abschied genommen hatten und froh bald zu Haus zu sein um dann wieder weg zu können. Nichts soll mich mehr halten. Ich habe etwas gefunden. Etwas das mich fesselt. Das mich bindet ohne mich in Ketten zu legen. Noch 480 km bis Wien.

Der richtige Moment

Das letzte Müsli

Alte Laster

At home at last

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