Von Wien geht’s los.
Der Schlüssel liegt auf dem Küchentisch. Die Hände sind voll mit Radtaschen.
Rucksack – dabei!
Mit einem Knall fällt die Tür ins Schloss und ich weiß, jetzt führt kein Weg mehr zurück. Ein
warmes Gefühl umkreist meine Gedanken. Ich bin nicht ganz bei mir, ich kann es noch nicht ganz
wirklich fassen, dass ich endgültig losgefahren bin.
Singend verlasse ich Wien auf der Bundesstraße. Euphorisch. Heiß. Aber das wird auch erwartet.
Erster Stopp: Lisa und Johannes. Hier gibt’s Eis, Toast und die Sonnhild stößt dazu. Ich sehe
Mimi. Oder so. Ganz nett.
Abends fahren wir nach Aspang. Papierkram.


Aspang
Weiter geht’s. Next stopp: Merlin.

Bahnhof Mürzzuschlag
Schön. Über Schlagl geht’s den ersten Berg hinauf, und bergab, machte den darauf folgenden Semmering bei Mittagshitze nicht wirklich leichter. Sonnhild hat auch einmal pausiert um den überhitzten Kopf zu waschen. Oben angekommen bietet sich uns ein Bild des Grauens. Schwarze Wolken fetzen über den Himmel und Sturm bläst uns ins Gesicht. Was solls. Bergab zu treten um über 20 km/h zu kommen ist auch eine interessante Erfahrung. In Mürzzuschlag angekommen treffen wir auf Andi, am Bahnhof. Feierliche Übergabe eines Frisbees wird mit einem lustigen Foto besiegelt. Dann geht’s flott nach Langenwang, dem Regen entfliehen. Ging sich super aus.

Bahnhof Mürzzuschlag

Merlin – Hönigsberg

Ruhepause bei Merlin
1,5 Tage später starten wir beim Merlin Morgens zum Kai. Vorher noch Frühstück kaufen. Nacher wars draußen schon wieder schön. Und am R5, dem Mürztalradweg fuhren wir dann nach Bruck an der Mur wo wir auf Leo trafen der beim Kunsthaus auf einer Bank pennte. Er war ja auch schon 188 +25 km von Salzburg her gefahren.
Zu dritt wars dann ruhig und zaghaft fuhren wir Richtung Graz weiter.
Bis Leo einen Platten hatte. Da machten wir gleich die erste Pause und futterten gemütlich.

Bruck an der Mur

Kai – Krieglach
Frisch geklebt gings weiter, das schöne Wetter schien uns nicht gut gesonnen und rings um uns kamen die ersten Regenschwaden. Unser Glück hielt uns jedoch trocken und im Sonnenschein, nur vor uns türmten sich noch ein paar Wolken die Böses erahnen ließen.Sonnhild voraus zogen wir dem Regen nach, Hias wartete schon auf uns in Graz. Auf der Regennassen Bundesstraße 76 gings bis Graz auf den Hauptplatz. Kurz später schloss sich Hias an. Am R2 gings dann nach Süden, Stimmung leicht getrübt. Es ist frisch.
Da wir nach kurzem behirnen drauf kamen, dass wir nicht bis Leo fahren wollen wegen Dunkelheit und Müdigkeit suchten wir uns einen Schlafplatz. Den ersten gemeinsamen. Wahres Glück bescherte uns einen zwar feuchten aber auch abgelegenen Platz in einem … SUMPF!? Dementsprechende Gelsenzahl ließ das Aufbauen des Zeltes schneller von Statten gehen. Ich hab im Selbstversuch zum ersten Mal unter meiner Plane gepennt. War recht lustig und den Sonnenhut als Moskitoschutz in der Schlafsacköffnung wachte ich morgens glücklich neben 2 gemütlich kriechenden Schnecken auf. Spinnen und ein paar Fliegen waren auch dabei.

Leos Zuhause – Eibiswald
Nächtliches Donnern – gesponsort von einem Feuerwerk beim nicht weit entfernten Dorffest war die einzige Störung. Nach dem zusammenpacken gings dann hübsch voran, durch Wildon und Kaindorf nach Gleinstätten und anschließend Eibiswald. Leos Familie empfing uns herzlich und wir packten unsere Taschen aus um ein letztes Mal abzugleichen. Obwohl… Zuvor gab es eine riesige Portion leckerer Lasagne und Salat, Apfelsaft und Kaffee & Kuchen. Wahnsinnig gut.
Wahre Völlerei trotz Lesung aus Jacobus!

Radlpass
Viel verließ die Tasche nicht, bei mir und Hüd zumindest, aber bei Hias ging schon einiges raus. Ich hab noch 2 Liter Wasser drauf gepackt. Waren dann im Endeffekt 8,25l Wasser.
Ziemlich schwer alles zusammen. Bei jedem.
Gott sei Dank kam auch nach wenigen Kilometern der Radlpass. RADL(?)PASS!
Dannach gings mit Slovenischen Old-School-Straßenverhältnissen den Radlpass bergab hinab nach Radij. Nachdem wir unten zusammengewartet hatten ,,startete” die Reise ins fremde Land. Keiner wusste den Weg und keiner wusste wohin wir fahren sollten.
Also war nächste Haltestelle Davograd. Wir waren dann schon auf der Suche nach einem Nachtlager. Perfekte Stelle hinter einem Maisfeld.

Radlpass

Haltestelle Maisfeld

Maisfeld als Sichtschutz
Lagerstätte diesmal: Plane unten, zwei Räder links und zwei rechts und dazwischen die Plane spannen, wunderfein. Leo und ich hatten perfekt geschlafen, Hüd und Hias haben ihr Zelt auf einem Loch aufgestellt – fail! Die Nacht war ruhig, bis auf ein weiteres Feuerwerk (damit hatten wir anscheinend immer Glück) Am nächsten morgen gabs Brennessltee und Roggenbrot mit Cnabanossi. Dann wurden die Räder gepackt und wieder losgeradelt. Ca. 77km später und etliche entscheidungsunfreundliche Gespräche über Radweg oder Bundesstraße (im Endeffekt wars viel mehr Bundesstraße) bogen wir zu einem Fluss und fanden einen supertollen Platz.

Mittagshalt in Slovenien

Mittagszeit ist Ruhezeit
Keine Ahnung wer das gebaut hatte, aber es war eine vierer Baumgruppe, mit 3 Bänken die überdacht waren, einem Beachvolleyballfeld und sogar einer gespannten Slackline. Zugang zum Fluss war gegeben und so wuschen wir uns mal toll ab und machten auch die erste Kleidungs-Wäsche.Während ein paar einerseits schwimmen waren und andere Slacklinen und chillen hingen andere auf der Hollywoodschaukel und aßen Semmeln von Leos Mum oder spielten mit dem Frisbee. Eine äußerst angenehme Mittagspause. Ein paar Minuten wurde noch über den kommenden Weg philosophiert und dann gings weiter, den ganzen Tag schön bergab. Beim nächsten Spar machten wir halt und packten unsere Pferde wieder mit Wasser und Futter zu. Jeder hatte ca. 9 bis 11 Liter mit. Noch beim Spar trafen wir einen – leider namenlosen – Reiseradler der auf dem Weg war nach China. Er kam aus der Schweiz und fuhr von Schule zu Schule und ließ Kinder zeichnen, nahm die Zeichnungen dann – ca. 8kg – und fuhr zur nächsten Schule, wo er die Kinder wieder zeichnen ließ und jedem eine Zeichnung eines anderen Kindes aus einem anderen Land von vorhin schenkte. Er war schon 84 Tage unterwegs und hatte 4600km hinter sich, tollste Ausrüstung und riesen Motivation.

Mogorogologo… oder so!
In Folge dieses Treffens starteten wir weiter, entlang eines Flusses, zuerst auf Leos Wunsch hin auf einem Radweg der eine Sackgasse war aber alsbald dann auf der Straße und um 20:00h dann langsam auf der Suche nach einem Rastplatz. Durch ein Tal gings bergauf und auf einem Feld versteckt von der Straße schlugen wir Lager auf. Zu essen gabs dann Nudeln mit Sugo, Geschmack negativ.

Essen bringt Frieden
Wir hatten verschlafen. Wir kamen spät weg. Aber es ging die Schlucht bergab. Hinaus nach Novo Mesto. Dort gings in den Interspar, in den Anglershop und in den Hervis, Resultat davon war eine entsprechende Miss-Stimmung zwischen mir und Sonnhild die jedoch beim Salatessen am Fluss begraben wurde. Nachdem wir Richtung der kroatischen Grenze aufgebrochen waren zogen heftige Wolken auf und ein heftiges Gewitter mit dementsprechendem Regenguss verschaffte uns eine Dusche worauf wir uns zu viert halbnackt unter einer Plane versteckten und den vorbeibrausenden LKWs ins Gesicht grinsten. Unmotiviert gings dann ziemlich ausgekühlt und erschöpft weiter auf einen kleinen Pass hinauf. Die Anstrengung lohnte jedoch der Ausblick den man von oben hatte, über eine große Tiefebene in die wir uns – mit nassen und nicht funktionierenden Bremsen – stürzten.
Wir entschieden bis kurz vor die kroatische Grenze zu fahren und fanden nach Ende des Regens ein schönes Platzerl auf einem frisch gegüllten Feld. Aber abgelegen und der Regen war auch aus. Wir bauten eine super Konstruktion aus 20 Meter Seil und Planen. Zu futtern gabs noch einen Gurkensalat und dann gings ab in die Haia.
Frühzeitig – vor Sonnenaufgang – gings mit dem noch nassen Gewand am Gepäck verteilt zum trocknen nach Croatia.
Ohne Probleme kamen wir über die Grenze und dann einen Berg hoch. Bis Oguil durch den Wald bergab und dann in einen Lidl. Mit der einzigen Kroatischen Kohle die wir hatten besorgten wir uns die Utensilien für einen Gemüsereis und noch Jause für den Abend und dann machten wir uns auf die Suche nach einem gemütlichen Platz aus der Stadt.

Wäscheleine

Sprachbarriere
Wenig später fanden wir an der Straße in einer netten Mulde einen Tisch und eine kleine Bank und da haben wir uns gleich mal frech hingesetzt und Pause gemacht und aufgekocht. Eine geschätzt 88 (!) Jahre alte Frau kam vorbei, vielleicht die Besitzerin, und kommunizierte mit Gesten und Kroatisch mit uns, Betonung und Pantomime ließen daraus ein schönes Gespräch entstehen bis das Essen fertig war und wir uns mit vollen Bäuchen in der Sonne suhlten.

Einsames Hochland

Selbstportrait
Die kommende Strecke ist mit Worten leider kaum zu beschreiben, es geht langsam bergauf bis ca. 800 Höhenmeter und dann folgt ca. 80km Hochland, sehr Hügelig mit vielen Tälern und sehr bäuerlichen Dörfern. Anfangs sieht man noch Leute, aber dann stirbt die Gegend immer mehr aus, langsam und schleichend. Die Häuser zerfallen und da wo auf der Karte Seen eingezeichnet sind sieht man nur leere mit Gras bewachsene Becken. Dann kommt man in einen Nationalpark mit einem UNESCO Weltkulturerbe wo es eine tolle Bergfahrt bergab gab. Dann wieder Bergauf und in totaler Erschöpfung irgendwo nach links in den Wald. Auch dort war interessante Stimmung, riesige gelb leuchtende Glühwürmchen, dauerndes Rascheln, Sachen die von den Bäumen fallen und früh morgens tödliche Gelsen. Am nächsten Tag gings weiter, teils wieder hinauf auf 600-800 Höhenmeter und hinab in auslaufende Täler. Alles in der schlimmsten Hitze aber wir hatten genug Wasser mit.
Heute treffen wir unsere erste ,,Straßensperre”. In 40km sei eine Baustelle, daher die Straße nicht als Durchfahrt zu verwenden. Alternative: 60km Umweg. Wir scheißen auf Alternativen! Gut so!
Aber zuvor noch den Stopp in Ubdina.

Teufelshund

Dorfpark – Ubdina

Radler am Klosterhügel
Nach einem richtig geilen Eis auf einem richtig großen Hügel in einer richtig großen Hochebene mit einem richtig fetten Kloster drauf setzten wir uns dort in den Park und machten Nudeln. Verscheucht hat uns im Endeffekt eine 700 Jahre alte Frau die ganz in schwarz dahergestockelt kam und Phrasen herunter lamentierte. Als beschwöre sie den Teufel auf uns herab. Und der Teufelshund, der sich in der Sommerhitze auf Grund seiner Fettleibigkeit mit geschätzten 0,005km/h bewegte und durchgehend grinste.

Gesperrte Hochebene

Traumhafte Landschaft

Hochgebirgsschafherde
Also weiter durch die Hitze. Unterwegs treffen wir 3 Ungarn die mit dem Rad ,,so wie jedes Jahr” nach Bosnien unterwegs sind – Urlaub. Auch sie folgen der gesperrten Straße. Auf dieser geht’s dann lange bergauf und dann ziemlich in Grenznähe auf der Hocheben dahin, teilweise Stahl- und Betonwände und Mauern aus der Zeit des Jugoslawischen Krieges. Wir verlassen die Straße nicht. An einem völlig fehl platzierten Teich mitten im staubtrockenen Gebirge treffen wir eine Schafherde.

Wieder bergab
Kurz vor Otac geht’s dann durch ein Tal hinaus aus der Hochebene. Kurz nach bzw in hmm.. kann den Ortsnamen nicht mehr lesen … war dann die Straßensperre, aber natürlich eine Umleitung die wir erhofft hatten. Anscheinend wollten sie den Touristenverkehr nicht hier durchs Gemüse leiten.

Professionelle Tarnung
Hier ging es dann in ein Buschland über wo wir uns auf einem alten Feldweg niederließen und unser Lager aufschlugen. Am nächsten Tag – nach dem allmorgendlichen Bananen-Wasser-Müsli – weiter Richtung Spilt.

Lagerplatz am Feldweg
Kroatien
Und endlich aus der Hochebene hinaus ins Tal. Es wird wieder grün rundherum. Richtiges Gras, echte Bäume. Die Leute haben wieder Gärten – und es sind generell Leute da. Traumhaft schön. Bis ca. 9h morgens. Ab dann hat es wieder 30°C im Schatten und wir fahren auf einer schattenfreien Asphaltstraße! AAHH!!! Schwitzend kämpfen wir uns durchs Land.

Perucko Jezero

Wasserstand: sehr niedrig
Dann kommen wir an einen See. Dieser hebt die Stimmung ein wenig, aber wir sind ziemlich kaputt von der Hitze und keiner kann einen klaren Gedanken fassen. Trotz dieser Umstände gelingt uns ein wahnsinnig guter Reis mit ungekochten Paprika und Tomaten und gebratenen Zuccini. Dann schlafe ich ein.

Wäsche waschen

Wäsche einseifen
Aufgeweckt werde ich durch hilflosen Versuch sich unter Sonnhilds Rad zu befreien das durch den Wind umgeworfen worden war, der die grottenschlecht gespannte Plane empor gehoben hatte. Also zusammen gepackt und wieder aus dem Tal in den Süden.

Südländischer Garten

Abendstimmung
Spilt wird dann doch ausgelassen und stattdessen die Küste noch ein bisschen aufgespart. Beim Losfahren vom See waren die Temperaturen schon etwas angenehmer und so schafften wir mit motivierendem Gefälle einige Kilometer, deckten uns mit Obst ein und fanden einen wundervollen Platz zum schlafen in einem ,,eingezäunten” abgestandenen Garten.
Nach kurzer Speiß und etwas Plausch gings ins Bett und nicht einmal die zwei Autos die nachts stehen blieben und bis auf wenige Meter zu unserem hinter Büschen versteckten Zelt heranfuhren konnten mich wecken.

Bergauf und bergab

Canyon
Das Frühstücksprozedere verlief wie bisher und wir saßen auch schon auf unseren Rädern. Heute war das Meer dran!
Es ging durch südländisch anmutendes Gelände und kleine Dörfer, an einem Fluss entlang der sich durchs Land fraß. Der kleine Canyon, den das Gewässer sich gegraben hatte mit den rundum wachsenden Pflanzen, den Bergen im Hintergrund und dem schwülen Dunst der Vormittagssonne ließ mich denken ich sei in Südamerika, auf Dschungeltour, und nicht irgendwo in Kroatien.

Wir sind am Meer!
Für die dies noch nicht wissen: Kroatiens Küste ist gesäumt mit Felswänden und da wir aus dem Landsinneren kamen hatten wir aus ca. 400 Metern Höhe einen ansehlichen Blick über das adriatische Inselland. Jauchzend gings die ersten Kehren bergab, auf einem Parkplatz noch ein Foto geschossen, und dann weiter, immer flott bergab dem Meer entgegen.

Küstenstraße

Adria
Trotz aller Vorfreude kamen wir einfach nicht an das Meer heran da wir uns weder entscheiden noch einigen konnten, die Hitze lieferte ihren Beitrag, wo und vor allem ob wir uns eine bezahlte Unterkunft aufsuchen und einen Rast-Tag einlegen sollten, ob wir einen Tag am Meer bleiben oder wieder zurück ins Landesinnere dem uns niederschmetternden Tourismus entfliehen und dort eine bekannte Unterkunft – Mutter Natur – beziehen sollten. Nach einer mit ,,essen einkaufen” unterdrückten Streitstimmung schafften wir es mit einem Schuss Radler einen klaren Kopf zu bekommen und wuchteten uns an die Küste und Kochten uns einmal gemütlich im Park unser Futter.

Kochen an der Küste

Wäscheleine – Deckplane –
Sonnhilds Zelt – Camping
in Kroatien!
Nach einigem hin und her pflanzten wir uns und unsere Räder auf den nächsten Campingplatz und entschieden die Nacht und den Vormittag am Meer zu verbringen um alle Bedürfnisse zu befriedigen.
Zaostrog. So hieß die Ortschaft. Der Campingplatz war so erträglich wie die Temperaturen. Tagsüber zum kotzen aber nachts bis 9h morgends so richtig angenehm! Unter anderem muss hier vermerkt werden, dass wir die Fahrradlenker-Arschgeweih Idee geboren haben. Nach ein paar mal Duschen legten wir 220 Kuna auf den Tisch und düsten mit gutem Gewissen an der Küste entlang Richtung Landesinnere.

Neretva – Delta

Gesunde Ernährung
Hitze. Schweiß. Ein Bad im Meer wäre eine richtige Reinigung, trotz des Salzgehalts! Nachdem wir von 0m Seehöhe weg kamen erreichten wir die Baccina Lakes und damit das Neretva-Delta mit schilfigen Ebenen und üppiger Vegetation mit vielseitigem Tierreich.
Den Fluss entlang bis zu einem Geschäft wo wir der völlig überforderten aber strahlenden Verkäuferin einfach unsere letzten ~20 Kuna Trinkgeld gaben und nach Bosnien über die Grenze abhauten. Weg vom Tourismus. Wieder in die Selbstständigkeit und Freiheit. Leos Achilessehne wollte nicht so ganz. Bisschen entzunden. Gang zur Apo schon geplant und alle sehr zuversichtlich. Dann kamen wir über die Grenze nach Bosnien.

Abendessen in Bosnien
Es fällt einem sehr schnell auf, dass die ,,Garbage-Policy” nicht sehr streng genommen wird in diesem Land, da wo mans hinwirft liegts halt… bis zum Ende aller Tage. Aber die Landschaft ist sehr schön und dort wo Wasser ist auch sehr üppig. Ein paar Schusswunden an den Häusern sind hier die letzten Zeichen des Krieges. Bei unserem Nachtlager bemerkten wir, dass mit den steigenden Temperaturen und Nähe zum Äquator die Pflanzen dorniger und die Insekten deutlich größer und vielzahliger werden. Neben einer perfekt getarnten Gottesanbeterin weckte mich Leo nachdem eine 4cm große Spinne meinen Kopf passiert hatte.

Brütende Hitze im Canyon

Steigung geschafft

Mittagspause
Es ist ein heißer Tag geworden und nach einem kurzen Einkauf blühte uns eine 3km lange 10% Steigung die uns Vermuten ließ wir seien in der Hölle selbst. Nach Überwindung dieser machten wir Mittagspause wobei jedoch die Temperaturen ab 11h so unerträglich heiß sind, dass selbst Radfahren durch den Fahrtwind eine willkommene Abwechslung bietet. Aber dazu waren wir zu schlapp. Weiter bis Bileca, einkaufen, und dann zum See Nachtruhe suchen.

Eindrucksvoller See

Die Ruine – unser Schlafplatz
Der See war angenehm, und nach einer Wasch- und Futter-Äktschn fuhren wir auf den Hügel auf einer Halbinsel um dort bei der Ruine zu nächtigen. Traumhafte Stimmung und einen Ausblick über das ganze Tal und den See. Auf der Ruine hatte ich den Schiss meines Lebens. Ca. 100 Meter über dem See, sternenklarer Himmel, laue Sommerabendluft und ein Sich im See spiegelnder Mond. Wunderbar!

Hoch überm See


Morgendliche Aussicht

Fetter Grashüpfer
Da die Schlafposition bei mir im Gegensatz zu Leos angenehm war wachte ich gut und früh auf. Nach dem aufstehen gabs Müsli und selbst gepflückte Minze im Tee, dann wurde die Ruine noch etwas exploriert, war aber nicht sooo spannend.

Bosniens Berg- und
Tallandschaft

Unbetreute Kühe auf der
Straße

Schildkröte beim Straße-
überqueeren geholfen
Es wurde wieder ziemlich warm… äähhmm.. HEISSS!!! Nach den ersten 30 Minuten überquerten wir schwitzend aber ohne Probleme die Grenze nach Montenegro. In der Mittagspause erfuhren wir von einem ziemlich herausfordernden Problem. Leos hintere Felge war gerissen – er hatte zuvor auch noch einen Platten gehabt, der arme, und er hatte einen mords Achter. Also war die Stimmung mal dezent im Arsch und vor allem Leos Motivation so gut wie nicht mehr vorhanden. Aber gut, Niksic nicht fern gings langsam weiter. Sehr praktisch um sich mal die Gegend genauer anzuschauen.

Hochland Montenegro


Hügelland Montenegro WNW


Cruisen oida!


Bring it on –
jetzt gehts bergab


Eines der vielen strangen
Monumente

Montenegro ist einfach nur geil. Das Land meiner Kindheitsträume, man fährt auf zwischen 900 und 1100 Höhenmetern, blühende Vegetation, Temperaturen wie an der kroatischen Küste und es herrscht eine überaus zufriedene und glückliche Stimmung. Wo man hinschaut, es sieht mystisch aus, als sei man im Dschungel Südamerikas zur Zeit der Azteken. Alles ist aus Stein gemacht und jedes Haus hat einen kleinen Garten der gerade groß genug ist um die hauseigene Kuh oder Ziege zu ernähren. Und fast alles spielt sich in kleinen Gruben oder Vertiefungen ab.

Autarke Senkensiedlung


Niksic von oben

Wo immer man eine Senke sieht ist unten ein Feld und daneben steht eine kleine Hütte. Total gemütlich, kuschelig und schön. Rings herum türmen sich die Berge und wen man auf den Hügeln vor Niksic steht hat man ein unglaublich angenehmes Gefühl, verursacht durch die Seen-Landschaft rund um bzw. vor der Stadt. Also ein paar hundert Höhenmeter hinabchillen und Abendessen checken, dann Schlafplatz suchen.


Lavendelfeld – dufte!

Der war wie bisher fast jeder sonderbar und originell. Eine Mülldeponie wo wir uns auf dem mittlerweile verotteten Müll auf einem Lavendelfeld niederließen. Der Geruch beim Essen war traumhaft. Guten Morgen – Ohne Sorgen… denkste! Nachdem wir hilflos im Zentrum von Niksic herum irrten und nach einer englisch sprechenden Person suchten die ein Fahrradgeschäft kennt war nach einer knappen Stunde fragen und einer halben Stunde am Flohmarkt gestikulieren auf Grund von Sprachbarriere klar: Heute und Morgen Feiertag, Nationalfeiertag.


Der wahrscheinilch beste
Eiskaffee


Verlassene Bergstraße

Montenegro hatte sich von Deutsch-Österreich nach Hitler befreit (dementsprechend kam uns auch die Stimmung vor) und noch dazu sollten wir einen Spezialisten in der ~70 km entfernten Landeshauptstadt Podgorica aufsuchen, um unser Felgenproblem zu lösen. Also los.


Müllkippe neben der
Straße


Da vorne ist das Meer!
Irgendwo.

Entschädigt wurden wir vom Ausblick der sich uns bot als wir auf den ersten Pass fuhren. Ein etwa 40km langes Tal mit 2000dern links und rechts in das wir bergab fuhren, 40km bergab rollen. Beschränkt durch Leos Rad leider auf 25 km/h. Unterwegs stießen wir auf eine Tropfsteinhöhle – einfach so am Straßenrand, ziemlich nice. Dann beschlossen wir am nebenan liegenden Fluss unseren Tomaten-Feta-Oliven-Mais-Salat zu essen.


Monument wiedermal


Hüd sauft beim fahrn

Am Fluss erwartete uns das halbe Dorf, welches dort zufällig saß und Karten spielte und schwamm, angeführt von einem seit 30 Jahren in Deutschland lebenden – sich selbst als ,,Unternehmer” bezeichnenden – Dickbauch der mit seinen Kindern hier jedes Jahr zu seinem Haus in Fruktar fliegt und uns dort die notwendige Info fürs Radreparieren gab. Unter anderem hatte er dort den betonierten Zugang zum Fluss gesponsort und machte uns auf die Frischwasserquelle aufmerksam die dort mitten im Tal neben dem Fluss entsprang und besseres Wasser lieferte als alles bisher von mir getrunkene. Wahrscheinlich schmeckte es auch nur so gut weil wir seit langer Zeit kein frisches Wasser mehr getrunken hatten sondern das Trinkwasser immer in den Geschäften kauften. Auch der Fluss war traumhaft und schwimmen war angesagt.


Frauenstatue


Nachtlager

Dann gings mit leicht fallender Motivation nach Podgorica weiter wo wir kurz vorher unser Nachtlager aufschlugen.
Fahrrad Rahmen selbst bauen wird schwer. Ich dachte darüber nach mir mein eigenes zu bauen, aber ich hab den Gedanken wieder verworfen. Zu kompliziert.


Kurz vor Podgorica


Leo am chillen

Wir trafen Fischer die uns erklärten, dass Montenegro – bzw. Crna Gora wie es in der Landessprache heißt – Schwarzer Wald bedeutet. Am nächsten Tag gings dann weiter nach Podgorica, auf zum großen Shop und wir waren sehr enttäuscht darüber, dass es dort keine Felgen gab.
Dafür gabs Kaffee und der Kellner empfahl uns einen Canyon im Norden des Landes in den wir mal Raften gehen sollten. Der Fahrradspezialist von dem wir erfahren hatten hatte – leider Feiertag – geschlossen.


Wo ist die Mittagspause


Mittagshitze – Wüstenstyle

Also versuchten wir den riesigen See im Süden der Stadt zu erreichen aber nach 40 Minuten Fahrt in die Hölle – mein Tacho zeigte 45,8°C im Schatten, warens nicht ganz, aber definitiv über 40 – waren wir fertig mit der Welt und ein Streit braute sich zusammen. Aber nach einigem Diskutieren waren die Unstimmigkeiten beseitigt und es ging nochmal in die Stadt um im Norden am Fluss ein Plätzchen zu finden. Im Gepäck eine 6kg schwere Melone um 48 Cent.


Schatten – Pause – Unruhe


Abendlager am
Fluss

Die Fischer dort erklärten uns, dass die Bevölkerung illegal mit Dynamit und Strom fischt. Nächtliche Begleitung hatten wir von 2 ausgesetzten Welpen und einmal an Leos schlafender Ferse knabberten. Morgens wurde nach dem Frühstück Wäsche gewaschen und im Fluss eine geile Rasier-äktschen eingelegt und dann folgte ein Bad in einem Natur-Whirlpool mit einem alkoholfreien Bier. Einfach nur göttlich und es war um 9h morgens schon dezent heiß.


Fahrradgeschäft


Fahrradspezialist

Dann gings los zum Radspezialist. Der uns eine passende Felge verkaufte. Danach fuhren wir ein bisschen skeptisch einem silbernen Passat mit einem etwas mafiös wirkenden Fahrer nach der uns zur ,,Werkstatt” brachte. Dort trafen wir Raki den Schnaps, Haska den Hund und den Werkstättenbesitzer Miso der sehr erfahren das Rad reparierte und früher Fallschirmspringlehrer und Skilehrer war. Total urig und ziemlich geil. Von ihm bekamen wir eine Einladung nach Montana in Bulgarien, da er uns auf einen Rundflug und vielleicht einen Fallschirmsprung einladen wollte, aber aus zeitlichen Gründen und aufgrund unsrer Route ging sich das nicht aus.


Miso @ work


Parken

In der Nachmittagshitze gings dann nach einem Einkauf Richtung Nordosten, aus der Stadt heraus, in Richtung Kosovo und Albanien. Die ersten 12 km ging es steil bergauf und wir überwindeten noch 650 Höhenmeter bevor einer uns nach einer Stärkung das ganze Tal und die entfernten Berge bei Sonnenuntergang ansahen und auf den Vollmond warteten. Dieser brachte uns – alle unter freiem Himmel – in die Nacht, welche angenehm warm war.


kuschelig


Guten Morgen


Hügel über Podgorica

Die Morgensonne und ein köstlicher Tee aus frischer Minze versprachen einen tollen Tag, doch es kam noch besser. Etwa 25km lang wand sich eine asphaltierte Straße hoch bis auf 1500 Meter, einen göttlichen Ausblick auf die Berge rundherum auf die wir fast hinab sahen.


Von da kamen wir


This belongs to me


Bergstraße


Gebirgsfelder


Passbewohner – mit Instrument

Diese idyllische Fahrt durch Walderdbeerfelder und skellettartige Bäume wurde nur getrübt vom öfteren antreiben von Hias, der uns beinahe von den Walderdbeeren die dort in Hülle und fülle riesengroß herumwuchsen wegprügeln musste (sonst wären wir wahrscheinlich immer noch dort), weil wir es so geil fanden. Erdbeeren. Alles voll. Kilometerlange ,,Felder” am Straßenrand und wahrscheinlich über den ganzen Wald und Berg verteilt. Süße große Walderdbeeren.


1501m ü.d.A.Meer


Aussicht


Skellettbäume


Berg Heil


Hüd bickt Batschen


Banane beim bergauffahren


Buzomirsko Jezero


Letzte Anhöhe

Über die Kuppe
Weiter gings dann zum Bukomirsko Jezero, ein Gebirgssee auf etwa 1445 Metern, umgeben von massiven Felswänden, scheinbar wilden Pferden und Kühen. Und ca. 6 Autos voll mit Städtern, jung bis alt, die kreischend die Stille und die Stimmung versauten – gemischt mit ein paar Schüssen die hoffentlich von einem Jäger stammten der sein Wild erlegte.

Einsame Feriensiedlung im
Gebirge


Buzomirsko Jezero


Leitschiene?

Nach Aufbruch Richtung Felswand und Steil finden wir uns nach der höchsten Stelle in einem Tal wieder. Die angegeben Straße anscheinend nicht mehr bzw. nur als offroad-MTB-Strecke vorhanden, das Wasser zu 2/3 leer, Hunger da und beinahe nichts zu essen. Die Motivation sinkt. Route verlegen. Es wären nur mehr 15km bis zur albanischen Grenze und etwa 15km durch Albanien gewesen, aber der Sicherheit halber entschieden wir uns mit 3 gegen 1 für eine andere Strecke. Unser Hunger trieb uns zu einem Geschäft, wobei wir das erste einfach übersahen und weiter fuhren, in einen Ort wo es keines gab. Dann fuhren wir halt einen kleinen Umweg über Kolashin, einem überladenen Touriort.


Nachtlager am Fluss

Dort stockten wir unsere Reserven wieder auf und verzogen uns mit einem Mittagessen an den Fluss. Dort fanden wir eine frisch verlassene Feuerstelle, die wir gleich wieder aufwärmten und dann versuchte ich mit einer stark improvisierten Angel – ein Stock mit Angelschnur und Haken dran – zu fischen, erwischte aber natürlich nichts. Aber waschen war drin und nachts am Feuer sitzen. Und frieren, denn in der Nacht hatte es sicher auf 12 – 13 Grad herunter gekühlt und alles frei liegende – inklusive uns und unseren Schlafsäcken war tau-nass.
Nachdem wir uns für eine neue Route entschieden hatten – das mit Albanien war ja nichts geworden – gings ein Stück zurück und dann über den nächsten Pass nach Andrijevica. Kurz vor dem Ort ging es ziemlich nice bergab, man fühlte sich fast wie auf einem Snowboard, wenn man die Kehren und Kurven hinunter preschte, warteten wir kurz auf Leo, der sein Rad schonte, stoppten wir kurz nach ein paar Erdbeeren in einer Kurve wo uns aus einem Fenster von unten freundlich zugerufen wurde woher wir seien. Nach kurzem Wortwechsel waren wir auf Kaffee und Bier eingeladen und saßen gemütlich, den Geburtstag des Sohnes anscheinend zerstörend – mit einer dänischen Familie und den eingeborenen Eltern bei Tisch und unterhielten uns über die zurückgelegte Strecke und die kommende Route, mit der wertvollen Information, dass die von uns ausgesuchte Strecke über einen 1900er Pass eine nicht zu empfehlende Schotterstraße sei. Dann bekamen wir noch die Adresse um eine Karte zu schicken und dann gings in den Ort einkaufen und essen. Leo hatte schon entschieden, dass er nach Hause fahren wird und war am planen für die für ihn kommende Strecke während Hias kochte. Das Geschrei einer Truppe von ungefähr 12-13jährigen verscheuchte uns schließlich und so fuhren wir weiter nach Berane wo Leo endgültig entschied über Sarajevo und Budapest heimzufahren, da ihm sein Rad zu unsicher fuhr und er keinen Sinn mehr in der Reise sah da er keinen Spaß mehr beim fahren hatte und sich fürchtete, dass er im kommenden Kosovo und Bulgarien möglicherweise keine Reparaturmöglichkeit für sein Fahrrad finden könnte, das zu komplizierten Umständen für ihn geführt hätte.


Bartfrisur am Morgen


Prepare for the Tunnel

Nach dem Nachtlager dort am Fluss mit wiederholt fehlgeschlagenem Fischversuch mit Angelimprovisation fuhren wir zu dritt weiter Richtung Rozaje und Serbien/Kosovo. Zuerst gings aufwärts, wieder mal auf knappe 1400 Meter und dann durch einen Tunnel wieder bergab. Rozaje ist ein Touri-ort sondergleichen, schon auf dem Weg auf der Straße begegneten uns deutsche, schwedische, luxemburgische, finnische, norwegische, englische, französische usw. Kennzeichen. Obwohl Rozaje viel Wintersporttourismus hat war auch im Sommer hier die Hölle los.


Serbien


No Mans Land

Nach einem Cappuchino mit einer Kugel Eis drin – Eiskaffee gabs nicht – gings weiter Richtung Grenze, durch eine ziemlich geile Schlucht zu einem kleinen See, “klein” auf der Landkarte. Zuerst noch durch die montenegrische und serbische Grenze und weiter durch brennende Müllhaufen und unbeleuchtete Tunnel, an gesperrten Brücken und auf der Straße liegenden Felsbrocken vorbei. Mittagspause am See, der ausgetrocknet wirkte. Wenig Wasser, dieses dreckig und warm. Alltägliche Mittagsverstimmung ließ uns gegen späteren Nachmittag weiterfahren, einem hoffentlich gemütlichen Platz entgegen.


Mittagsruhe am See


Free turtle

Den fanden wir nachdem wir den Kosovo-Checkpoint durchfahren hatten wo wir ein eigenes Transit-Visum bekamen. Der “kleine” See auf der Karte entpuppte sich dann doch als 20 km langer Stausee an dessen Ufer wir es uns – nach Nacktbaden und fröhlich sein – an einem Feuer zum Jausnen setzten und ein Lager improvisierten. Ein kurz vor dem Schlafengehen auftauchender Vollmond mit wunderschöner Spiegelung im See verschaffte eine Idyllische Situation die nur von einem streunenden Hund getrübt wurde der auch die ganze Nacht – die ich wie immer unter freiem Himmel verbrachte – zu einer Kombination nervösem Hinhören und traumlosen Schlafen machte. Erst in den Morgenstunden konnte ich Ruhe finden, aber auch nur so lange bis ich von Hüd und Hias geweckt wurde. Frühstücken – kacken – schwimmen. Super Kombi für morgens!


Der schönste Platz im Kosovo


Quiet

Am See – der wieder zu einem Fluss wurde – gings weiter bergab, Höchstgeschwindigkeit 60,3km/h, bis Kosovska Mitrovica. Am Straßenrand alles voll mit zum Teil fertigen und zum Teil unfertigen Luxushäusern gepaart mit zig Tankstellen, Baustofffirmen und Reparaturwerkstätten. Beim eintreffen in Kos. Mitrovica dann das ganze nur 10x stärker. Es scheint als sei die ganze Stadt eine einzige Baustelle, von der Straße angefangen über die Autos, zu den Taxis und den Geschäften.


Urlaub am See – im Kosovo


Offroad extreme


Kosovo – done!


Time to move


Toles Schild

Wir tranken erstmal einen Kaffee, nach dem wir Karten verschickt hatten. Der Zufall ließ uns einen Eingeborenen treffen der gut Englisch sprach und uns nach einem plausch zu einem Anglergeschäft brachte wo wir uns für 10EUR jeweils eine Angel kauften und dann stieg er in seinen Bus und fuhr davon. Er war Busfahrer.


Impressions


of


Kosovo

Irgendwie sind meine Erinnerungen ein bisschen im Arsch. Hab gerade eine fette Entzündung im Auge und tu mir nicht so einfach mit allem, da mir der Schmerz etwa 30% der Konzentration raubt und der Kuli – neu gekauft – gerade seinen Geist aufgibt.


Baustelle – überall


Bustaxi – einsteigen und
Mitfahren

Von mitrovica gings mal an der hauptstraße Richtung Pristina, einer Straße die die 2 größten Städte der Kosovo miteinander verbindet auf der es weder Straßenverkehrsregeln noch KAT oder Pickerl fürs Auto gibt – aber dafür Kohlekraftwerke und Müllverbrennungshügel – oder Berge – die definitiv nicht zum Wohle der Luft und Atmung beitragen.


Autobahn WTF?


Prishtina underground

Das schlägt – vor allem bei Sonnhild sehr aufs Gemüt. Als wir dann kurz vor Pristina auf einer Autobahnähnlichen Straße mit beliebiger Fahrspurenzahl landeten war es endgültig zu viel. Auch der Versuch einer Reparatur ihrer Bremse, welche seit geraumer Weile nicht mehr perfekt funktionierte und beim fahren mitbremste, konnte die Stimmung nicht retten. Aber so fuhren wir eben in der Dunkelheit zu dem ~10km entfernten See an dem wir unser Lager aufschlugen und schließlich pennen gingen. Den nächsten Vormittag verbrachten wir ruhend mit Fischen – mit dem selben Ergebnis wie beim ersten mal kurz nach Kos. Mitrovica: keinem!


Fishing Mitrovica


Fishing Prishtina


Streuner – never forget!


Chillen am See


Platz für eine Nacht?

Sachen gepackt und weiter. Am späteren Nachmittag suchten wir Schutz vor Sturm und Regen in einem Lokal im Einkaufscenter wo wir für 2EUR/Nase einen Kebab aßen, Lammfleischklöße gegrillt, mit lustiger Sauce, Salat mit einer Liptauer-Feta Kombi und Tomaten mit darübergeraspeltem Käse, war lecker. Nachtlager suchen – nicht immer so einfach wie geplant und so kamen wir nach einem kurzem ansprechen der miesen Stimmung drauf, dass Hüd auf eine Reise allein eingestellt ist (im Kopf) aber in real auf einer Reise mit mehreren ist. Gut zu wissen, essen gut, schlafen gut.

Weiter gehts.


Nach dem Sturm


Nazi?

Nach 8 km kommen wir drauf, dass wir nicht entlang der geplanten Strecke fuhren. sondern entgegen dieser. Also einfach weiter gefahren. Führte dazu, dass wir von einem lustigen Einwohner auf einen Kaffee eingeladen wurden und ein wenig tratschten.


Friends of the USA

Wie ich so beim schreiben auf das treiben rundherum aufmerksam werde schwimmen und tauchen etwa 4-5 junge Einheimische im Fluss herum an dem wir gerade unsere Grenzpause in Mazedonien machen und fangen im Minutentakt Fische – mit der Hand. Ich selbst schaffte nur einen kleinen mit der Angel den ich wieder versenkte.

Weiter ging es auf einer Straße wo dauernd “Fahrradfahren verboten” Schilder rumstanden was uns aber nicht kümmerte und so fanden wir flott nach Skopje, einer schönen Stadt die überflutet mit Menschen schien. Sehr viel ist dort im Auf- und Umbau.

It’s all ’bout ridin’


Skopje
Nachdem wir uns eine etwas detailiertere Karte von der Gegend (MKD + Bulgarein) besorgt hatten schrieben wir bei einem Eiskaffee Ansichtskarten und verschickten diese dann gleich. Der Kellner machte uns auf nach einem kurzen Plausch aufmerksam auf die vielen Räuber und linke Bullen die es gibt versicherte uns aber wir dürfen auf dem Freeway fahren – gesagt getan landeten wir zum wiederholten Male auf einer Autobahn – mit dem Fahrrad. Sonnhild wurde es jedoch bald zuviel und so fuhren wir 10km später auf einer Bundesstraße weiter.

Skopje


Freeway hurray
Die war im Arsch. So wie unsere Abendliche Laune, aber wir fanden mit einem kleinen Umweg über ein Feld neben der Autobahn ein schön erscheinendes Platzerl an einem Fluss. Überflutet mit äußerst agressiven Gelsen. So viele, dass ich angst hatte sie zu atmen und Angst dass sie mir in die Augen fliegen würden. Es war wie wenn es dicht schneit ungefähr. Gut eingepackt gings nach einer Ladung Tunfisch ins Bettchen. Am nächsten Tag fuhren wir weiter, eine schöne Strecke am Freeway bis Veles wo es wieder auf die alte Autostraße ging. Hier war der südlichste Punkt unserer Reise.

Golden Land

Advertisements