Ich sitze mitten in der Nacht in Estepa auf der Tanke, der Kompass zeigt Richtung Portugal, Hippi-Beach. Diese “Arabic steps” waren auf jeden Fall alt, vor langer Zeit aus dem Kalk gehauene Blöcke aus denen eine Treppe zwischen die 2 Felswände hochgestapelt war. Die erklommen wir im späten Sonnenlicht und setzten uns noch 50 Meter weiter oben auf einen Felsen wo wir die Sonne sinken, die Adler fliegen und die wie Alien wirkenden Windräder mit Zyklopenblinkauge durch die Zeit kreiseln sahen. Magische Momente voll Entspannung und Frieden. Im dämmrigen Abendlicht stiegen wir wieder hinunter und checkten beim Olive Branch ein wo wir noch eine super geile Pasta kochten und uns aufgrund der Windverhältnisse ins Zelt der Familie legten welches mit Schaumstoff-Matratze ausgestattet war – zu unserem Vergnügen. Am darauffolgenden Tag holten wir uns noch erfrischung im Pool, sonnten uns dösend auf den liegen und liessen uns dann zum Bahnhof fahren wo wir in den Zug nach Malaga, und dort in den Bus nach Nerja stiegen. SONY DSCAuf der Suche nach dem bekannten Hippi-Beach wo die Leute aus Beneficio auch immer hinfahren. Zwei Stunden später und 10 EUR pro Person ärmer kamen wir in Nerja an. Beim Supermarkt gabs Jause für 2 Tage und ein Kilo Nüsse für mein Emergency Sackerl. Ein Typ auf der Strasse, denm ich anquatschte, erzählte uns von 2 Stränden, der eine hier in Nerja, der andere in Maro, etwa 5km entfernt. Den zweiten hatte ich am Handy schon ausgecheckt und der wirkte auch abgelegen. Gut genug für uns, also Füsse satteln und losreiten. In Maro fanden wir allerdings nur 2 Touri-Strände und so beschlossen wir, in den Nationalpark nebenan zu wandern, dort tauchte nämlich ganz versteckt und unzugänglich ein Strand auf meinem Handyauf. Da es schon spät war entschlossen wir uns auf halber Strecke neben dem Torre del Maro, einem Steinturm ohne türen und Fenster, unser Lager aufzuschlagen. Wunderschöne Aussicht auf das Meer und die anliegende Stadt. Und Einsamkeit. Und Ruhe. Und Sternenhimmel. Und Ziegenkäse im Rosmarinmantel. Und den Rest der Weinflasche die wir in El Chorro aufgemacht hatten. Bueno. Mar y mas! Das Erwachen in der Morgensonne stand dem Einschlafen um nichts nach. Wie geplant packten wir unsere Rucksäcke hinter eine Böschung und kletterten bis zu einem Trampelpfad dem wir bis zum Strand folgten. Bis auf ein Pärchen waren wir alleine, alle Hüllen und Hemmungen wurden fallen gelassen. Genuss. Von Minute zu Minute trudelten mehr Leute ein, manche über den Seeweg auf Booten und Kanus, andere auf dem selben Pfad wie wir. Wir liessen uns nicht stören und schwammen munter im leichten Seegang, besuchten ein paar Felsen die zum Springen taugten und belustigten uns um an der Brandung, die uns durch die Welt schubste.

Als es Zeit war zu gehen gingen wir auch. Was denn sonst. Pläne gabs keine, ausser die Fahrpläne des Busses die uns wunderbar ins Konzept passten. So kamen wir zurück nach Nerja, tourten durch die Innenstadt, assen Paella, kauften eine Postkarte, liessen uns von eimem deutschen anscheinend auf der Strasse lebenden den Weg zum Hippi-Beach beschreiben und fanden dort Slavek, den ich aus Beneficio kannte mit einer Bande aus Tschechen und Deutsch-Schweizernso wie anderem lustigen Volk vor. Nachdem ein Ofen und die ein oder andere Flasche Sangria die Runde gemacht hatte schaufelten wir eine gute Stunde Sand durch die Gegend in dem wir kleine, geschliffene Muschelstücke fanden die wir sammelten. Bald kamen ein paar vom recyceln und machten ein Feuer. Wir allerdings machten uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Auf einer Klippe etwa 5 Minuten weiter fanden wir ein abschüssiges aber traumhaftes Plätzchen, etwa 6 Meter über dem Meer. Leichtes Rauschen und Sternschnuppen begleiteten uns in den Schlaf. Beim Aufwachen lag in der Luft, dass Sarah bald weg muss und so frühstückten wir die Füsse über dem Abgrund baumelnd und liessen uns dannach ins Wasser hinunterkrachen. Ich machte auch einen Kopfsprung von einem etwa 2 Meter hohen Felsen auf den ich echt stolz bin, da das schon einiges an Überwindung kostete. Eine abschliessende Schwimmrunde in der Höhle war das Tüpfelchen auf dem I des Strandurlaubs. Mit all diesen Erlebnissen im Kopf und im Herzen taumelten wir freudentrunken in Richtung Bus und Flughafen wo es eine gemütliche Abschiedszigarette und eine warme Umarmung gab.

Ich hatte nun alle Ziele und Pläne abgehakt. Ich war alleine und frei. Ich war nervös. Was sollte ich denn nun tun? Blitzschnell zom Vollmond nach Bulgarien aufs Rainbow? Oder nach Gibraltar bzw. Tarifa? Lieber nach Kopenhagen um in Christiania abzuhängen oder nach Portugal zum surfen lernen?

Das letzte war naheliegend also fuhr ich nach Malaga zurück, checkte mir im Hitchwiki den Weg nach Norden uns stand dann bis in die Nacht an der Tanke bis ich einen Hitch nach Estepa bekam wo ich gerade sitze und schreibe. Der vorläufige Plan ist nach Sagres, portugiesische Südküste, zu kommen, ein Strand bze. Hippi-Treff namens “Barranco”. Dann nach Norden, die Picos de Europa abhaken und eine gemütliche Heimreise antreten.Aber zuerst kommt mal meine Gemütslage. Ich weiss nicht mehr, wie lange ich schon unterwegs bin. Also ich weiss es schon, weil ich heute erst nachgerechnet habe, aber ich habe kein Gefühl mehr dafür. Ich scheine zuhause zu sein. Ich bin neugierig, pfeife gerne und beim Gedanken an Wien fühlt es sich eher an als ob ichdahin in Urlaub fahren würde. Die Zeit mit Sarah – aber auch schon davor – ist endlos, jeder Tag ist wie eine Woche, so viel passiert. Vielleicht bin ich schon übersättigt vom Reisen. Ich merke wie ich die Gesellschaft von Leuten suche. Einen Platz wo ich ruhen kann und sozial interagieren, jedoch ohne dieses System, die Struktur, die ich aus Wien kenne. Ein Platz wie Beneficio, obwohl ich dort wahrscheinlich aus Langeweise und Reiselust verzweifeln würde. Irgendwie tu ich mir schwer etwas zu finden wo ich das Reisen und das neue Erleben verbinden kann mit einem sozialen Umfeld. Mir schwebt ein Auto vor, das keinen Sprit verbraucht und mit dem ich durch die welt fahre und immer Leute dabei habe. Und ich kann von Platz zu Platz ziehen so wies mir gefällt. Ein schöner Traum, ich weiss nicht ob esin der Realität auch so schön wäre drum wende ich meine Aufmerksamkeit wieder der Strasse, den Tankstellen und den Leuten zu, mit denen ich hoffentlich ein Stück weiter komme. Suerte!

Spanien ist schön. Eins noch: das Büchlein, 200 Seiten oder mehr voll mit Reisebericht ging inklusive den Steigeisen, Handschuhen und Gamaschen mit Sarah nach Wien, jetzt fühlt sich mein Rucksack leichter und meine Erlebnisse sicher an. Weitergeschrieben wird auf den Seiten des A4 Blocks den ich mithabe um meine Stopp-Schildchen zu malen. An so einer Tanke sitzen macht schon auch Spass, mit der Guardia Civil eine rauchen, von den Tankstellenangestellten ein Sandwich und vond en Truckern die hier zum Teil eine Stunde Pause machen auf einen Kaffe eingeladen werden. Das Spanisch wird immer besser, wenn ich so weiter mache kann ich mich bald richtig unterhalten. Ausser es kommt wieder mal eine Stunde lang keine Sau daher. SONY DSCOder 8 Stunden lang. Zwischen 6 und 9 bini ch dann ein bis zwei mal ein Viertelstündchen eingenickt, daher beschloss ich noch einen Kaffe zu trinken und etwa 30 Minuten später bekam ich eine Connection nach Sevilla. Dort hatte ich hard times mich durch das innenstädtische Labyrinth zu kämpfen, setzte mich auf ein Mittagsmenu zum Mexikaner und organisierte mir das Hitchwiki zu Sevilla. Kurz mit dem Bus in der Hitze und nach 15 Minuten Tanke war ich am Highway. Zwar nur 10 Kilometer weiter aber besser als Sevilla. Gleich darauf nahm mich Frank mit, Spanier, Sprachbegeistert, breit. Beim fahren Richtung Huelva heizten wir auch nochmal nach und dann lud er mich noch auf einen Kaffee ein, gabn mir seine Nummer und ich sollte mich melden, falls ich mal in der Gegend wäre. Ich blieb noch relativ lange in der Gegend, verschlang 2 Packungen Schokonaschis und koffeinhaltiges Kaltgetränk, baute aus meiner Weste, Sonnenbrille, dem Käppchen und dem Langärmligen Shirt ein SONY DSCMännchen aus meinem Rucksack und hoffte auf bestes. Das leider nicht eintraf. Erst kurz vor Sonnenuntergang als ich in einem portugiesischen Auto ein junges, Deutsches Pärchen traf gings weiter. Die zwei waren auf Portugalreise mit dem Plan nach Marokko zu fahren, hatte aber keine Reiseopässe mit sondern nur Persos und machten statt Marokko dann einen Spanienausflug von dem sie gerade heimkamen. Sie waren fasziniert von meinem Reisestil. Sie hatten auch keinen Plan wo sie hinwollten und so entschieden wir kollektiv nach Faro zu fahren wo sie mich zuerst in der Feuerwehr absetzten wo ich hoffte einen Schlafplatz zu finden. Kleine Feuerwehren in Portugal haben oft ein Zimmer wo Fussreisende übernachten können. Da Faro allerdings sehr gross ist hatten die keines. Sie waren trotzdem total freundlich und zeigten uns die Jugendherberge auf der Karte wo die Zwei – Kira und Janek – mich absetzten. Wir wollten auf jeden Fall in Kontakt bleiben und so bekam ich die email-Adresse und versprach ihnen Daras Film vom HitchHike ans Nordkap zu schicken. Im Hostel zahlte ich 15 EUR für ein Bett im 6er Zimmer und Frühstück, duschte mich sehr gründlich und wusch meine Schuheinlagen endlich mal. Dann klickte ich mich nochmals durchs Hitchwiki, lud mir die Portugalkarte für mein Handy runter und hüpfte ins Bettchen. Wurde auch Zeit, war schon ganz Banane im Kopf vom wenig schlafen. In Portugal wollte sich mein Handy irgendwie nicht ins Netz registrieren und darum hatte ich keinen Empfang. (Etwa 1 Monat später bemerkte ich, dass es daran lag, dass ich meine rechnung nicht eingezahlt hatte und mein Handy einfach gesperrt wurde.)

SONY DSCAm nächsten Morgen gabs Bappi und dann packte ich meine Sachen. 15 Minuten Fussweg bis zur Tanke welche mir die Rezeptionistin empfohlen hatte. Dort traf ich zufällig die 2 von gestern wieder auf ihrem Weg zum Strand. Aber bis Lagos fur niemand. Ein Pärchen nahm mich mit bis Albufeira, dann gings in kleinen Sprüngen weiter mit einem langen Stop zwischendrin bis ich endlich in Repossierea landete. Am Weg nach Barranco traf ich einen deutschen Camper der mich mitnahm und ich ihnen im Gegenzug den Weg zeigte. Am Barranco – einem sehr abgelegenen Strand mit vielen Wohnwägen und lustigen Leuten – blieb ich 2 Nächte, lernte Chris und Yogi kennen, schwamm im Meer, sonnte mich bis ich ein brauner Braten war und kiffte was ich in die Finger bekam. Ich baute 2 weitere Prototypen der Bambusflöte. SONY DSCDa mir bald langweilig wurde und ich bei den Leuten nicht wirklich Anschluss fand packte ich mein Zeug und maschierte los. Ein Kölner Pärchen nahm mich im Camper mit, da ich kein Ziel hatte fuhr ich mit bis an den Strand, wo sie hinwollten mit einem Zwischenstopp beim Lidl. Dort am Strand ass ich was, zapfte mir ein Bier an der Bar und überlegte wie ich das mit dem surfen lernen machen sollte. Bords konnte man hier für 25 EUR pro Tag mieten. Ich suchte mir also auf der nächsten Klippe ein hoffentlich windgeschütztes Plätzchen. SONY DSCDa ich luftigen Morgentau erwartete wunderte ich mich nicht über die Nässe die schon Abends alles überzog. Die Küste war grösstenteils vom Nebel verhüllt. Irgendwie fühlte es sich nicht nach surfen an. Ich testete auf jeden Fall mal meinen Biwaksack, die Testconditions waren super. Morgends innen und aussen superfeucht. Also mal alles in die “Sonne” legen die durch den Nebel ihre Hitze verstrahlte und nach einem Frühstück gings nochmal zum Strand. Noch immer keine Lust hier zu surfen also auf die Strasse und der Nase nach Autostoppen. Promt wurde ich von 2 Spanieren nach Amado mitgenommen, einem der bekanntesten Anfängerstrände. Obwohl es bei der Ankunft schon 12 Uhr war mietete ich für 25 EUR ein Board für den ganzen Tag, verstaute meinen Rucksack sicher beim Rent-Shop und stapfte wagemutig in die Wellen. Zuerst musste ich mir abgucken wie man auf so einem Board liegt und sitzt, dann machte ich mehrere fehlschlagendeSONY DSCVersuche aufzustehen im stillen Wasser und entschied mich dann es den anderen einfach nachzumachen. Ins Meer starren, wenn eine Welle kommt schnell umdrehn und auf vollgas paddeln und hoffentlich die Geschwindigkeit der Welle zu erreichen um erfolgreich mit ihr Richtung Strand zu rasen. Funktionierte liegend und auch kniend, mit viel Wasser im Bauch und leeren Schultermuskeln gab ich vor Kälte zitternd nach etwa einer Stunde im 18 Grad kalten Wasser auf. Alle anderen im Wasser hatten ausnahmslos ein Wetsuit, aber was ist denn das für eine Experience? Noah spart sich die 10 Kröten für Bier! Raus am Strand schnell in den heissen Sand eingebuddelt und dann die Kälte wegdenken bis der Body wieder auf touren kommt. Etwa 1h lang, dann war ich wieder warm. Also geich aufs neue raus in die mannshohen Wellen um mein Glück zu probieren. SONY DSCEin paar mal liegend, einmal kniend und einmal beinahe stehend später ritt ich die letzte Welle für mcih ans Ufer. Die Kälte, aber vor allem die Erschöpfung sich jedes Mal gegen 10 Riesenwellen rauszukämpfen machten mir den Gar aus. Am Nachmittag nach noch ein bisschen Sonne liegen schleppte ich mein Board zurück und packte wieder mal meine Sachen. 2 Wiener nahmen mich mit in die nächste Ortschaft wo ich Schokoladekekse mit Orangen speiste und endlich eine Nachricht an Mum abschickte, übers Internet da mein Handy ja nicht ins Netz kam. Dann stellte ich mich an die Strasse um in Richtung “Nase nach” auf meinem Kreuzzug ins Glück zu trampen. SONY DSC2 Mädels nahmen mich in ihrem Mini mit bis Zambufiera do Mar wo anscheind ein Festival stieg, welches ich mitbesucht hätte wenn die Karte nicht 40 EUR pro Tag gekostet hätte. Also dann doch lieber schnell eine Pizza und ein kleines Bier und dann raus aus dem Touriort mit hunderten besoffenen Kids, spazierend Richtung Einsamkeit ein paar Kilometer in die Nacht bis ich ein Regenverdeck an der Strasse fand wo ich ein Lager aufschlug. Das Restaurant und die anliegende Strasse stopertSONY DSCe mich nicht bis auf die Geräuschkulisse. Manchmal hoffend, dass mich jemand anspricht weil ich allein im Schlafsack rumliege war es die meiste Zeit bequem auf der Matte. So schlief ich hin und wieder von Mücken im Gesicht gekitzelt ein und erlebte eine diesmal nicht so feuchte Nacht. Morgends wieder mal Nebel also einfach weiter, durch ein sehr verlassenes Gebiet immer wieder 2-3 Kilometer Rides bis ich schliesslich von einem portugiesischen Pärchen in Odemieraabgesetzt und noch auf einen Kaffee eingeladen wurde. Dann stapfte ich in der Mittagshitze zum Ortsende und wartete etwa 1h bis ein französisches Pärchen mich in ihren Bus packte und 50km vor Lissabon – SONY DSCauf der Strecke mit Bier und Elektromucke versorgt – absetzte wo ich zu mittag ass. Brot Käse und Tomaten. Ein Schildchen mit LISBOA gemacht. Keine 5 Minuten später nahm mich ein Q7 mit bis in die Stadt, 160 km/h Durchschnittstempo machten die Strecke zu einem Katzensprung. Der Fahrer setzte mich am Beginn einer Strasse ab auf der ich ca. 20 Minuten die Architektur bewundernd richtung Zentrum spazierte. Dort versorgte ich mich mit Infos am PC der SONY DSCTouristoffice zwecks Hostel und spazierte los zum Preis/Entfernung günstigsten. Leider Ausgebucht. A   ber die Dame an der Rezeption rief ein anderes Hostel an wo ich für 16 EUR pro Nacht plus 3 EUR Frühstück unterkam, 2 Nächte gebucht und schnell geduscht, dann raus in das Stadtleben. Ein bisschen streunen. 10 Minuten später, nachdem ich ein kleine verwinkelte Treppe vom Hügel runtergestiegen war empfing mich ein Lokal das kleine Sitzgelegenheiten auf der Strasse bot, Sitzsäcke und Musik aus einem Radio. Die Atmosphäre war gigantisch, streetlife live! Ich gesellte mich zu einem bayrischen Pärchen welches gleichmal einen Ofen baute, mit Zeug, welches sie auf der Strasse gekauft hatten, vielleicht 5% davon war Hasch, der Rest Henna, Kakaobutter oder irgendwein Zeug, auf jeden Fall nicht rauchbar. SONY DSCAber 6 Bier später hatte der Typ vom Kellner richtig gutes Zeug gekauft und ich mir einen Fisch bestellt der auf einem kleinen E-Grill auf einer wackligen Komode direkt auf der Strasse zubereitet wurde. Alleine der Geruch gepaart mit dem relaxten drunk-high war unbezahlbar und die schwarze Katze die zuvor einen 10-Mal so schweren Hund fast zerfetzt hatte setzte sich mir selbstverständlich gegenüber und nagte an den Gräten am Teller. Der Kellner war Afrikaner, ein quicklebendiger, munterer Typ, für jeden Spass zu haben und richtig breit! Als ein Gitarrenspieler den Radio abstellte und uns in Richtung Himmel blueste nahm der Kellner ein Metalltablettund tanzte im Rhythmus klimpernd durch „seine“ Strasse, die Leute animierend mit zu machen. So klopften wir auf alles das einen Sound machte und ich bekam noch 2 Rotweinchen nach dem Fisch. Die Bayern tauchten nachdem sich meine komplette Bierrechnung gezahlt hatte ab und 2 Holländer tauchten auf, sehr gemütlich und interessiert an meiner Reise und meinem Leben tratschten wir bis kurz vor Sperrstunde, dann halfen wir gemeinsam die Sachen ins Lokalzu räumen und ich wurde verabschiedet – vom Kellner – mit „see zou tomorrow on Viewport Santa Catarina“. SONY DSCIm Dusel klang das nach einer geilen Idee und so merkte ich es mir beim heimtorkeln durch leere enge Gassen. Nach einer entspannten Nacht, den Wecker auf 9h gestellt und nicht einkalkuliert, dass dies für Portugal 8h morgends ist schreckte ich vermutlich die anderen 5 zu unerwarteter Zeit aus dem Bett, frühstückte und stellte mir einen Plan für den Tag zusammen. Das Punk-Beisl, das ich besuchen wollte hat montags leider zu und so hatte ich nur ein paar Grafittispots, einen grossen Platz und als Abschluss diesen Viewpoint auf der Liste. Dann spazierte ich los, einfach mal ins Blaue, durch enge Gässchen mit schmalen Treppen vom Hügel runter, Tippse Tappse durch die Innenstadt hoch zu einem Aussichtsturm den ich nicht betrat da das Treppen hoch steigen 1,50E EUR kostete. SONY DSCFotografierend erreichte ich eine steile Strasse auf der eine Bim auf lustige Art und Weise fuhr. Die Bim war schief gebaut da die Strasse so steil bergab ging, dass ich schätzte, dass sie nie das Gleis wechselte. Daneben standen Wände von der Stadt aufgestellt für Graffittiartists. Während ich rumguckte kam eine junge Frau mit Backpack auf mich zu. Scheinbar lost war sie auf der Suche nach Schlafplatz. Die 2 Hostels nebenan waren voll, gleich wie die ganze restliche Stadt. Ich bot ihr an, mit ihr durch die City zu schlendern und weitere Hostels zu suchen, was mit meiner Handykarte recht gut ging aber nach beinahe 15 Hostels die alle voll ausgebucht waren gaben wir die Hoffnung auf. Es war der Tag nach dem BOOM-Festival, 40.000 Hippies und Dunstkreis die über Lissabon nach Hause fuhren und flogen, darum war alles voll. Also schieb Ilona einen CS-Request während ich ein Schliessfach organisierte wo wir den Rucksack liessen, Matte und Schlafsack dabei falls ein Platz im Park herhalten muss. Wir beschlossen gemeinsam zu essen und suchten etwa 2h bis wir ein für uns passendes preisliches Restaurant fanden. Am Weg checkten wir auch alle Hostels und als wir bei einem verzweifelt nach einem Platz auf der Couch fragten erklärten sie sich bereit ein Klappbett für Ilona aufzustellen ao wie für 20 EUR pennen konnte.SONY DSC Aber wir waren ja beim Thema essen. Also für 21 EUR gabs ein komisches Gericht mit komischem Namen angeschrieben für 2 Personen. Es war ein Kupferkessen voll mit Fisch, Riesengarnelen, Tintenfisch und Muscheln, als Beilage Reise. Es ist mir nicht peinlich aber trotzdem unangenehm, dass wir es nicht schafften alles auf zuessen aber es war einfach too much. Dazu gabs ½ Liter weissen Sangria – und eine gute Aussicht über den Riesen-riesen-riesen Fluss der die Stadt spaltet, SONY DSCDonau ist ein Wässerchen dagegen. Weiter gings auf der Haupt-Fuzo wo viele Mmusikant*Innen und Artist*Innen ihr bestes gaben zum Bahnhof wo wir das Schliessfach leerten und das Zeug in ihr Hostel brachten. Dann zum Aussichtspunkt Santa Catarina. Das war das was der Kellner mir empfohlen hatte. Angekommen holte ich 2 Bier – wieder die Minis 20cl in der Flasche – und dann legten wir uns auf die warmen Steine und schauten dem Vollmond zu. Während dem ganzen Tag hatte wir viel gesprochen, Ilona kam auch vom Boom und war auf dem Weg in eine Kommune wo sie für 30 EUR am Tag mitmachen durfte oder so. Sie erzählte mir viel über ihre Erfahrungen mit Tiefenökologie, ihrer Schauspielpädagogikausbildung und ihrer Arbeit mit Kindern bzw. ihrer aktuellen Ausbildung zur Psychotherapeutin. Wir hatte viele esoterische Themen und ich liess mich voll drauf ein um mich fortzubilden. Als uns frisch wurde spazierten wir weiter und stiessen um Eck auf die ART-CASA aus der Musik drang. Sie war sehr bunt bemalt und drinnen lief dance-musik und viele buten Menschen sassen und tranken drin, allerdings nur einheimische wies aussah. Wir gesellten uns dazu, ich hatte 2 Bier und als ich im Raucherbereich den Musiker vom gestrigen Abend im O Amoraria sah hatte ich auch schon eine Tüte im Mund. So tropfte der Abend bis Ilona zu müde war und für mich auch zeit zu gehen, so begleitete ich sie nich zum Hostel, versprach vorbeizukommen in Insbruck und holte mir das Versprechen auf einen Besuch bei mir in Wien, Dann stapfi ins Hostel, bisschen rumsurfen im Internet und dann schlafen. Am morgen erledigte ich die logistischen Basics, packte zusammen und schnappte mir den Zug nach Via Franco da Xiena wo ich nach ca. 1h einen Turn bis nach Porto bekam, allerdings in einen Randbezirk etwa 6km ausserhalb der Stadt. Dort stand endlich mal ein HitchHiker, seit 5 Monaten unterwegs, sprach Deutsch und wir tauschten Reiseerfahrungen. Dann kletterte ich hinten über den Zeun, überqüerte die Autobahn über eine Brücke und kletterte auf der anderen Seite in die Tanke wo ich nach einem Sandwich mit PORTO mein Glück in einer Sängerin fand die gerade ohne Stimme von 2 Festivals hintereinander kam und voooll lieb war und mich in die Innenstadt brachte. Ich will noch erwähnen, dass es seit etwa 10km vor Porto regnete, nur leicht zuerst aber in der Stadt dauerhaft und wechselnd stärker und schwächer werdend. So kam ich halbdurchnässe bei der Tourist Info an wo ich beim reingehen Blickkontakt mit einer jungen Frau aufnahm die gerade das Büro verliess. Wie blickten uns an und dann war sie weg. Ich fragte also mal nach Internet und Hostel – die Basics für eine grosse Stadt – und bekam als Antwort „all full!“ Draussen regnete es und alle Hostels suwie Hostels waren belegt. Sie hätte schon alles abtelefoniert. Also wieder raus und Richtung Internetcafe. Dieses liess ich aber links (eigentlich rechts) liegen da ich das Mächen von vorhin voll bepackt ohne Regenjacke 100 Meter weiter gehen sah. Ich lief also hin und sprach sie an, ob sie auch bei der Tourist Info nach Schlafplatz gefragt hätte und sie bejahte. Nadja, 18 Jahre jung und aus der Nähe von Madrid war begeistert als ich Austria sagte, sie war erst vor kurzem in Wolfgangssee arbeiten für ein paar Wochen und wollte unbedingt Deutsch sprechen. SONY DSCAlso fragte ich ob wir gemeinsam durch den Regen gehen und Schlafplatz suchen wollen und sie war munter dabei. In Kirchen, Hostels, Hotels und sogar bei den Bombeiros fragten wir und alle lehnten uns ab sodass wir schon die verschiedenen Brücken und Baugerüste auscheckten in der festen Erwartung draussen zu schlafen. Direkt neben dem Bahnhof sah ich im 2. Stock eines etwas brüchigen Gebäudes eine Aufschrift „Pensio, Apartments, Rooms, Zimmer“ oder so und da wir eh schon überall fragten spazierten wir da mal rein. Die empfingen uns freundlich und boten uns ein Zimmer mit 2 Doppelbetten um 25 EUR – für beide zusammen – an, weitaus günstiger als die ganzen Hostel hier in der Stadt. Es gab zwar weder Luxus nach Frühstück aber Seife, Handtuch und einen Balkon. Perfekt. SONY DSCKurz geduscht, kurz abgecheckt und dann auf die Suche nach Bier. So zogen wir hinunter zum Fluss, 2 Dosen pro Nase, Nadja offenbarte mir, dass sie auch noch „Schokolade“ dabei habe und so chillten wir am Fluss, konsumierten die Soko über die Atemwege und quatschten, viel über Gott und Spiritualität. Nadja war zwar überhaupt nicht katholisch oder so las aber gerade die Bibel und glaubt an eine Theorie der fröhlichen Herzen und der Liebe die sie sich selbst zurechtgebaut hat und erstaunlich viele Parallelen in der Biebel sieht. SONY DSCEs war sehr schön ihr zuzuhören da ise sehr lebendig und glücklich sprach. Morgen wird sie sich einen Pilger*Innenausweis holen und dann den Pilger*Innenweg nach Santiago losgehen und ich überlege ob ich mich ihr anschliessen soll. Da sie jedoch im Gespräch mir einem Zaunpfahl winkt – „ich will unbedingt alleine reisen“ – lasse ich die Frage stecken und freue mich, dass sie den Mut und die Motivation hat dies zu tun. Wir rauchen noch ein bisschen Schoko und suchen und dann eine der fetten Brücken Portos die wir unten überqueeren, dann durch menschenleere Gassen nach oben spazieren und oben über die Brücke retour gehen. Sie wurde entweder von dem selben Architekt oder im selben Stil wie der Eiffelturm erbaut und ist 75 Meter hoch über dem Fluss. In der Mitte der Brücke rauchen wir eine und fragen uns, ob wir runterspringen würden. Wenns nicht wehtut würde sie springen, sagt sie. Ich bin eher der Meinung, dass ich kein Problem hätte, wenn die Brücke jetzt einstürzt und wir runterfallen, aber bewusst springen würde ich nicht. Nachdem ich eine Münze runtergeworfen habe die wir nichtmal aufkommen sahen weils so hoch ist will auch Nadja nicht mehr springen. Also gehen wir weiter zu unserer Pension.

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