Dies ist die 1:1 Abschrift von Merlins Reisetagebuch. Im März waren wir auf den Rädern in höllischem Tempo Richtung Sizilien losgetourt. Anfangs ist der Bericht sehr trocken, es ist hauptsächlich faktische Information enthalte, aber mit der Zeit die beim Reisen verbracht wird, wird die Fantasie angekurbelt und umso spannender wird die Beschreibung bis zum Ende hin.

17.03.14

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Einkauf Früh Noah 14,38€
08:54h Start in Hönigsberg
14:02h Mittagspause Kobenz-Spar, Treffen Robert aus Polen – geht schon zum dritten Mal nach Rom. Essen 13,84€ Merlin
17:46h Scheifling
17:54 – 18:24 Kochen. Penne mit Olivensugo, Tomaten und Zucchini
Strecke von Judenburg bis Scheifling verkehrstechnisch beschissen. Ganzen Tag Gegenwind, 20°C Sonne

18.03.14

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06:08-06:12 Kochen
06:18-06:25
07:20 Abfahrt Scheifling – Sonnenschein
09:00 Friesach Wasser füllen. Kaffee 4€ Merlin
11:45 Feldkirchen einkaufen. 17,84€ Merlin
12:38 Ossiachersee Mittagessen
12:45 – 13:00 Kochen. Kuskus und Bergkäse, Sugo und Thunfisch
13:25 – 13:41
16:14 Staatsgrenze Italien
19:00 Resiutta. Essen in Pizzaria 22,50€ Noah

19.03.14 Neblig

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06:15 – 06:23 Kochen Frühstück
07:15 Abfahrt in Resiutta
??:?? Carnia Karte kaufen 8€ Noah
11:00 St. Vito Al Tagliamento. Einkaufen 18,25€ Merlin. Treffen John aus Lybien, sehr lieber Bettler vor dem Spar
12:30 Portogruavo Kaffeepause auf Tankstelle
14:19 S. Dona di Piare
14:25 – 15:51 Kochen Reis mit Gemüse und Thunfisch. Waschen im Fluss zum ersten Mal.
18:42 Ankunft nach Venedig, Einkauf bei Outletcenter 18:41€ Noah. Venedig = TODESZONE!!! Schlimmste Radfahrt meines Lebens – 4 spurige Strassen – Sattelschlepper und Autos mit Tempo 120 – permanenter Spurwechsel – einfach nur ANGST
19:00 Schlafplatz verlassene Scheune bei Lugo. Abendessen Weckerl, Thunfisch, Käse, Tomaten
20:46-20:51 Teekochen

20.03.14 Neblig/ ab 12 Sonne

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06:55 – 07:05 Kochen. Erst um 06:30 aufgestanden
07:39 Abfahrt bei Lugo
08:31 Kaffeepause bei Tankstelle 2,40€ M. A*
09:59 Adria Obst Kaufen 5€ N. Mango und 2 Orangen
12:41 Cardigano Kaffeetrinken 2€ Merlin
14:31 Comaccio Mittagessen am Meer, zum ersten Mal das Meer gesehen. Noah: “A verkummana, grindiger Scheisshaufn is unser Menschheit”. Essen Tortellini und Gnoggi, Sugo Arrabiata mit Ingwer, Zwiebel und Thunfisch. Der Strand ist zugemüllt, kilometerlang reihen sich Betonblöcke aneinander, alles ist ausgestorben, hin und wieder ein Pärchen, dass verzweifelt die romantische Idylle sucht, am Strand. Noah hat recht – GRINDIG einfach nur grindig! Wir kochen noch einen Kaffee, dannhauen wir ab…

A*=Die E55/309 wird uns zu schlimm. Wir drehen um, fahren bis zur nächsten Kreuzung und begeben uns ins Landesinnere. Einige KM mehr aber dafür deutlich schöner zu biken. 516 SR

15:37 Abfahrt
17:35 Fähre 1€ Merlin
18:00 Einfahrt Ravenna
18:52 Ende Ravenna Einkauf Lidl. 25,26€ Merlin. Kurze Jause
20:19 Schlafplatz irgendwo vor Cervia im Wald

21.03.14 Neblig/ ab 11 Sonne

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07:15 Abfahrt
09:55 Torre Pedrera Kaffeepause 8,60€ M und kleine Jause am verlassenen Touristrand
Komische fahrt seit in der Früh! Haben in Naturschutzgebiet geschlafen, die ersten 10km Natur, Nebel und Ruhe, dannach flashten uns tote Strandpromenaden für Sommertouristen – wenige Italiener siehr man hin und wieder, mit verbissenen Gesichtern auf den Strassen.
13:16 Pesaro ca Mitte. 37,00€ M Mitagessen im Restaurant, Fischplatte + Gemüse + Salat. Sehr viel und sehr gut/Fett im magen flasht. Ab Torre Pedrera ununterbrochen verbauter Sandstrand ca 60km lang! Kilometerlange Hotelpalastruinen bei Rimini – aneinandergereihte Bruchbuden – abartig. Langsam macht sich das fahren bemerkbar – Gliederschmerzen – trinken jetzt zusätzlich Magnesium und machen Dehnübungen.
14:09 Abfahrt Pesaro
15:00 Fano Scheissen und Kaffee Noah 2€
16:08 Marotta Einkauf Eurospar 3,77€ Noah
18:30 Ankunft Ancona. Tankstelle Gatorade 5€ M. Anstrengende Bergfahrt in der nacht zu einer Burg. Super Aussichtspunkt über Ancona. Schlafen dort in der Hundefreilaufzone im Freien. Finden sogar einen Wasserhahn und freuen uns riesig über eine Dusche. In der nacht werden wir vom Regen überrascht, alles klatschnass, stellen das Zelt im Regen auf. Meine Matte ist undicht und ich muss mindestens einmal in der nacht wiederaufpumpen. Mein Knie schmerzt fürchterlich und fühlt sich an als wird es gleich explodieren… Es regnet die ganze weitere Nacht.

22.03.14 bewölkt windig/ Sonne ab 10

06:30 stehen wir auf, es hat bis in der Früh geregnet, zum ersten Mal gehen wir es langsamer an und spielen mit Hunden.
08:15 Abfahrt
10:18 Porto Recanat. Einkauf 34,85€ Merlin. Kaffeepause 3,80€ Merlin
12:15 Porto’s Elpidio. Kaffeepause 2€ Noah
Ziemlich zach heut, völlig ausgepowert, alles tut weh. Abwechselnd SS16 und Küstenradweg, Wetter ist richtig warm, fahren ärmellos.
Keinen Plan welcher Wochentag ist, aber es ist auch komplett egal, wir fahren eh nur Rad. 0,98€ N
15:00 ca Grottamare. Alkfreies am Meer (Alles voll Müll) und Mittagessen. Zeit ist relativ, ois wurscht. Zahnlose Frau will uns ein Gespräch aufzwingen. Spaghetti mit Basilikumsugo, Zucchini, Ingwer, Zwiebel, Tomaten und Thunfisch.
17:54 Kaffeepause in Gulianova 6€ Merlin. Planen Strecke durch Landesinnere um.
20:27 Pineto Schlafplatz stillgelegte Barhütte direkt am Sandstrand – schlafen wunderbar bei Meerrauschen nur auf Matten. Einkauf 3,31€ Noah

23.03.14 Bewölkt-windig/Sonne am 10:00

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07:21 Abfahrt Pineto
08:17 Montesilvano 1. Platten bei Noahs hinterreifen. Pedalkäfig von Noah auf mein Rad umgebaut, da ich solche Schmerzen im Knie habe.
09:30 Pescara. Schmerzmittel 17,50€ Noah. Kaffee 6,80€ Noah
13:00 kurz vor Vasto. Zweiter Platten bei meinem Hinterrad. Noah schleppt mich zwischendurch ab weil ich solche Schmerzen im Knie habe. Stehen gerade unter weil es fürchterlich stürmt und es gleich zu regnen beginnt.
14:31 kurz vor Vasto Eurospin 25,44€ Merlin. Mittagessen: Tortellini mit ROMANA Sugo, Thunfisch, Tomaten, Karotten, Zucchini, Champignons, Haarewaschen mit Trinkwasser – fühlen uns wie neu geboren – Schlage Räder vorm Eurospin
18:10 S. Salvo Marina. Es gewittert – sitzen im Beat-Cafe beim Kaffee, behirnen wie es weiter geht – Knieschmerzen absolut am Limit! Noah nervlich am Ende. Sind absolut unschlüssig wies weiter geht… sitzen und warten ab.
20:00 ca Schlafplatz unter Strandbardach kurz vor Termoli. Schlafen wieder bei Meerrauschen am Strand.

24.03.14 bewölkt-windig

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Stehen zum ersten Mal ohne Wecker auf, die Sonne scheint uns ins Gesicht. Sandstrand als Blumenwiese vor uns und das beruhigende Meerrauschen. Es hat deutlich abgekühlt ind er nacht – es ist richtig kühl. Wir starten und kennen immer noch keine Zeit – es ist mittlerweile egal – wir machen uns keinen Druck mehr. Mal schauen wie es weitergeht…
11:00ca Campomarino. Fahrt bis dorthin ear katastrophal. Fahren mit einem Bein, oder Noah zieht mich – Steigungen werden geschoben. Ab Campomarino werden wir per Zug nach Foggia fahren – müssen 1,5h warten – sitzen auf Tankstelle und trinken Kaffee, essen Riegel, Karotten und Bananen. Ich bin nervilich ziemlich am Ende – Noah schneidet und feilt sich die Nägel.
13:05 Abfahrt mit Zug aus Compomarino nach Foggia 11€ Noah
13:45ca Ankunft in Foggia – Radl aus dem Zug und ab in die City – verzweifelt auf der Suche nach Futter finden wir kein einziges Restaurant das geöffnet ist. Die Stadt ist total abgefuckt und heruntergekommen – man kommt sich vor wie in einem Ghetto im Osten – Müll, abgefuckte Häuser, komische Gestalten, Struner, bettler, verrostete Polizeiautos – hier scheint nichts mehr zu funktionieren. In einer kleinen Seitengasse entdecken wir einen kleinen Markt wo wir uns Wasser kaufen – wir fangen ein Gespräch mit zwei Nigerianern an – sie erklären uns, dass alles in derser Stadt “Shit” ist – alles scheisse – und so ist es wirklich – wir verabschieden uns und versuchen eine nicht abgesperrte Grünfläche zum Kochen zu finden – NICHTS – alle Parks sind abgesperrt und eingezäunt. In Bahnhofsnähe finden wir einen zugemüllten Parkplatz ohne viel Lärm und ein bisschen abseits des Stadtlebens. Wir bauen den Kocher auf und kochen uns wieder mal Tortellini und Vollkornnudeln mit Sugo, Pilzen, Zucchini, Karotten, Tomaten, Zwiebel, Ingwer und Thunfisch. Ein Streuner plaziert sich gegenüber von uns… der Kocher funkt nicht mehr richtig und wir brauchen fast eine Stunde bis das Essen fertig ist. Währenddessen unterhalten wir uns darüber, was “Luxus” ist, ein Italiener kommt vorbei und befragt uns über die Reise – er ist im Radlteam von Foggia und ist sehr begeistert. Grosses Fragezeichen ist der Schlafplatz – in dieser Stadt haben wir beide kein gutes Gefühl – ich hab ein mentales Down und wir stehen beide irgendwie planlos da. So gern wär ich mit dem Bike weitergefahren – ich fühle mich richtig hilflos, verfluche meinen Körper und weiss, dass es eh nix bringt. Uns ist mittlerweile richtig kalt, ein kühler anhaltender Wind bläst uns um die Ohren. Bis jetzt haben wir unseren Müll immer entsorgt – hier werfen wir ihn treurig und verzweifelt achtlos neben hin, neben uns liegen 2 kaputte Müllcontainer ohne Räder… hier ist alles dermassen trostlos, dass einem alles egal wird. Wir packen zusammen und schieben unsere Bikes unter einem Schranken zu einer Grünfläche, hier wollen wir es probieren. Wir schlagen das Zelt auf, vorher noch ein paar Steine entfernen – Noah gräbt Knochen aus, die aus der Erde herausstehen und fragt mich ob ich ein schlechtes Gefühl bei dem Platz hätte – hab ich nicht – mir kommt vor hier ist es noch am sichersten in dieser Stadt. Zelt steht, nix wie rein, uns ist eiskalt. Ich schalte schnell mein Handz an, ruf Romz an, schildere die sichere Lage und dann schlafen wir langsam ein, das gekläffe der Streuner und das donnern und pfeifen der vorbeibrausenden Züge begleitet uns die ganze Nacht. Ich werde öfter munter in der Nacht aber eigentlich schlafe ich ziemlich gut, ohne Angst – irgendwie ist mir alles egal – komisch…

25.03.14 Regen

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Um halb 6 werde ich munter, es ist irgendwie erstaunlich ruhig – aufstehen – pissen/scheissen – zusammenpacken – Romz SMS schreiben, dass alles gut ist – schnell noch eine Banane teilen – auf zum BHF. Noah kauft Karten um 71€, ist die billigste Verbindung, haben wir gestern noch ausgecheckt. Sitzen seit 7:25ca im Chef Cafe am BHF, trinken Luxuskaffee um 1,30€ M und essen ein Croissant um verbrecherische 2,10€ M. Unser Zug het 15 min. Verspätung. 2 Waggons Dieselzug aus dem Jahre Schnee – brauchen 5 Versuche bis wir die Radl in einen Waggon hineinbringen und die Schaffner sich einig sind. In Potenza Centrale verlassen wir unsere Dampflok und steigen in einen moderneren Zug um wo wir sogar unsere Handys kurz laden. Zuvor plündern wir noch ein Cafe, 2 Stück ???, 2 Stück Pizza, 2 Kaffee und Chips 9,80€ Noah. Wir lernen ein französisches Bikepärchen kennen während wir unsere Beute gierig verschlingen. Nach ca. 1,5h ist wieder umsteigen angesagt, wir sind in Battipaglia. Schnell rein in die nächste Bäckerei (was anderes ist nicht vorhanden) 2 Pizzas + 3 Stück Mehlspeisen, die nach Holz schmecken. Wir besitzen echt nichts mehr gutes zum Essen und haben auch keine Zeit etwas aufzutreiben. Bis jetzt haben uns die Schaffner (wovon jeder Zug sicher 7 besitzt, egal ob 2 Waggons oder 20) gleich wenn der Zug stehen geblieben ist freundlich beim be- und entladen der Räder geholfen. Bei diesem Zug war es nicht so, der BHF ust sehr am Ende und es beginnt schon damit, dass der Zug am falschen Bahngleis einfährt. Noah rennt quietschvergnügt mit einem rosaroten blinkenden Haarreifengeweih herum. Wir warten auf einen Schaffner, doch die ignorieren uns – Noah winkt einem doch der fuchtelt nur Gesten, dass wir in den Zug einsteigen sollen. Also rein in den Eingangsbereich eines vollgestopften Waggons – ziemlich eng hier, gerade Platz genug für die 2 Bikes und die grossen Lastenrodel die in der Ecke lehnt. Wir fragen uns schon wie das funktionieren soll, immerhin fahren wir mit einem Regionalzug. Kaum die Räder fixiert und auf den Boden gesetzt kommen schon die ersten Passagiere und wollen durch – klettern über die Röder oder quetschen sich vorbei. Ich bin richtig genervt, Noah die Ruhe in Person, scheiss drauf, rein ins nächste Abteil und einen Sitzplatz einnehmen, aaahhh des daugt! Erst mal gemütlich machen und dann pennen. Wir sitzen 2 Minuten kommt auch schon der erste Schaffner und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. So ginge das nicht, die Räder müssen weg! Kein scheiss Wort englisch wie fast jeder Italiener (ausser die Schwarzen). Erstmal will er unsere Tickets sehen, sie stempelt er. Dann immer wieder “die Räder müssen weg”. Das wissen wir auch, aber wohin? Er will, dass wir den Zug wechseln in einen ICE, aber wir wissen genau, dass wir mit den Rädern nur Regionalbahn fahren dürfe – wir bleiben, wir haben Tickets für diesen Zug, ich platze fast vor lauter Zorn. Wir deuten immer wieder auf das zugesperrte riesengrosse Radabteil am Ende des Waggons, das einzige was der Schaffner immer wieder darauf sagt ist IMPOSSIBLE – OH FUCK wie ich diese Italiener hasse!! Auf einmal kommt eine junge Familie mit einem Kinderwagen vom Ende des Waggons und gibt uns zu verstehen, dass wir ihr Abteil mit den Bikes haben können – einige komplizierte Hebemanöver von Rädern und Kinderwagen, dann ist alles an seinem Platz, endlich ist der Schaffner dieser scheiss Pisser (am liebsten würd ich die Hackfresse erwürgen) zufrieden, jetzt haben wir 16 Sitzplätze für uns, breiten uns aus und sind auch einigermassen zufrieden, bis auf nagende Hungergefühl im Bauch. In Paola um 16:37 raus aus dem Zug. Es nächste Geschäft auschecken udn Futter fassen, 27€ N wo ma gleich noch a Geschenk des Hauses und an gratis Salz draufgepackt bekommen. Dann die restlichen 20 Minuten abwarten und wieder in den Zug, diesmal mit Radabteil, Strom zum Laden, viel Essen – es ist gemütich.
Um 19:30 steigen wir in Villa S. Giovanni aus, checken zu Fähre – es regnet in Strömen – rauf auf die Fähre Kaffee kaufen 2€ Merlin 6€ Merlin. An Deck im Regen stehen, Kaffee schlürfen. Messina leuchtet uns entgegen. Nach ca. 20 min Fahrt sind wir auch schon da. Rauf auf die Bikes und radeln zum BHF. Ziemliche Touristadt was ich so im Nachtlicht mitbekomme, aber schön. Bäääm der BHF, Nutten, Transen, Dealer, Polizei und Penner in Massen – holen uns schnell ein Ticket fürn Zug nach Taormina Noah 8€ und werden auch gleich von ein paar Dealern angequatscht. Lernen Goodnews aus Nigeria kennen, Dealer, aber ziemlich sympatisch, reden einige Zeit mit ihm über die Situation in Italien… dann machen wir uns auf den Weg Richtung Bahnsteig. Gott, wiedert mich dieses ganye Gesocks an, ich hoffe nur lebend wieder hier raus zu kommen. Endlich im Zug (mit Radabteil + Strom) setzen uns und warten auf Abfahrt. Nach einiger Zeit kommt der Schaffner (also der ist gut gesagt, einer von den 10000000) und sagt uns, dass dieser Zugn icht fährt und uns ein anderer holt, er weiss aber auch nicht auf welchem Bahnsteig – FUCK wie ich dieses Volk hasse, die tun so organisiert und nichts funktioniert. Am meisten ärgert ich, dass die nicht englisch sprechen wollen, diese eingebildeten Idioten, sogar Goodnews sagt uns, dass in diesem Land niemand Englisch sprechen will. Ich bin sooooo totmüde und will eigentlich nur mehr schlafen. Es ist mittlerweile 22:32 und wir sitzen im Zug nach Taomina. Hoffentlich finden wir gleich einen Schlafplatz, ich will einfach nur mehr PENNEN. Angekommen in Taormina beginnt die Schlafplatzsuche – beide todmüde. Wir probieren es am Strand auf eine Länge von 5km – es stürmt fürchterlich – keine windgeschützten Plätze, es ist einfach mühsam – Streuner fallen uns an – nix wie weg. Endlich eine windgeschützte Stelle an einem verfallenen Strandhaus, ein kleiner Schlurf. Wir versuchen das Zelt aufzustellen – verdammt, es ist hier einfach zu eng – SCHEISSE – wir fahren Richtung landeinwärts, es ist sternenklar. Vor uns taucht der Etna auf, ein rot glühender Berg ragt in den Himmel, rundherum Millionen lichter der Stadt, eine unglaubliche Stimmung. Irreal ist es, ich hab Gänsehaut. Kurz bleiben wir stehen und geniessen, dann kommt die Müdigkeit wieder und wir fahren weiter. Steil bergauf geht es ins Landesinnere, verfickt, ich bin so müde, mein Knie schmerzt höllisch. Wir entschliessen uns einen Campingplaz zu suchen, in dem Moment taucht rechts ein verlassener Rohbau auf – nix wie rein. Ein verstaubter Keller wird unser Schlafplatz – ENDLICH SCHLAFEN

26.03.14 Sonnig/bewölkt

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08:45 werden wir munter, keinen Wecker gestellt, ich will nicht aufstehen. Meine scheiss Matte ist schon wieder ausgeluftet, zum 4. Mal schon – FUCK. Mein Schlaf war scheisse. Zusammenpacken und das nächste Geschäft suchen, wir haben kein Müsli und kein Wasser mehr. Findenauch gleich, Noah kauft Wasser 0,5€N – auf die nächste Parkbank zum Dorfplatz und erst mal futtern, Käse, Brot, Oliven und 2 Orangen die ich am Weg von einem Baum gepflückt habe, mmmhhh lecker, der italienische Käse ist sau geil, wir putzen alles weg das wir gestern gekauft haben. Ich bin sau zwieder weil es immer noch keinen Kaffee gab, die Stimmung ist angespannt. Zufällig finden wir ein Kiosk und besorgen uns eine Etnakarte 8€ N und Postkarten, dann biken wir zum Lidl und beraten davor, wie es weitergeht. Ich bin so angefuckt – weiss nicht warum – hab keine Lust irgendwas zu tun. Noah geht einkaufen 29,44€ N. Ich bin so froh, mag in kein Geschäft, ich kann meine Italiener mehr sehen. Lieg vorm Lidl in der Sonne und hadere mit mir selber – verdammt, warum bin ich so drauf, ich muss das ändern – BRAUCH endlich einen Kaffee. Ich denk ganz viel an Romy und es hilft mir, trink 1L Wasser auf ex, auf einmal gehts mir besser. Noah kommt aus dem Lidl und wir verstauen den Einkauf. Fragen den €-N**** nach einem Kaffee, nix wie hin, 200m KAFFEEJAUSE um 80 Cent, JUHUUU trinken gleich 2, essen Süsses, schreiben Postkarten, gehen scheissen. Alles ist wieder bestens. 5,60€N Noch schnell zu Post, Karten abschicken und dann radln wir los Richtung Linguaglossa. 11Km Steigung, schwer motiviert, den schneebedeckten, wolkenverhangenen Etna immer im Blickfeld. Nach ca. Einer Stunde erreichen wir Linguaglossa, biegen zur Touriinfo ab (die zu hat). Ein paar Berliner zwingen uns gleich ein Gespräch auf und beschenken uns mit Mehlspeisen. Wir setzen uns in ein Cafe und trinken eineige Kaffees 4,80€ N und laden das Handz auf. Dann schauen wir uns die Stadt ein wenig an. Es ist echt schön hier, kleine, enge Gassen mit hübschen Bildern an den Hausmauern. Zum ersten Mal finde ich Italien schön. Ich kauf für Romz ein Armband und für Franz einen Kühlschrankmagneten, noch schnell zum Spar ein paar Riegel, Obst, Wasser 10,58€ Noah und etwas Süsses kaufen, einen Mann mit Salewajacke über die Schneesituation am Etna befragen. Wir verlassen Linguaglossa auf den Bikes, steil bergan Richtung Ristorante Monte Conca. Nach einigen Kilometern schauen wir uns nach einem Schlafplatz um. Eine verfallene Hütte am Strassenrand ist schnell gefunden. Motiviert richten wir es uns hübsch ein, Äste von den Bäumen dienen als Besen. Wir kehren den Müll raus, sammeln Holz, richten eine Feuerstelle und machen Lagerfeuer. So ists perfekt. Wärmendes Feuer, Schnitten mampfen, so sitzen wir in unserem Heim auf 900m und draussen pfaucht der Wind. Mit Ästen versperren wir Vorder- und Hinereingang als Windschutz und als Schutz gegen Streuner und Wildtiere. So schlafen wir ein. Ich wache auf, der Regen prasselt beruhigend aufs Dach. Gott sei Dank haben wir uns gegen Zelten entschieden. Plötzlich ein Knall und ein Blitz, hellwach sind wir beide sofort. Gewitter direkt über uns, draussen geht die elt unter. Im Nebenraum fängt es an zu tropfen, schlafen ist unmöglich so. Tropf tropf tropf prassel prassel knall blitz knall – es ist wahnsinnig laut!

Jetzt trifft das ein, was die ganze Zeit befürchtet hab. Der erste Tropfen auf Noahs Matte. Was tun? Wir stellen einen Topf unter. Bald da tropft es auch auf meine Matte. Wieder ein Topf. Kurz darauf kommt auch noch die Pfanne zum Einsatz, es tropft aber mittlerweile überall. Was tun??? Zeltplane, mit dem Boden nach oben über uns, an Schlaf ist bei dem Sturzbach nicht zu denken. Wenigstens werden wir nicht nass. Irgendwann beruhigt sich das Wetter und wir schlafen ein.

27.03.14 sonnig/bewölkt/windig

Aufstehen bei Sonne, wir packen zusammen und verlassen unser Heim, auf die Radl und ab gehts. Höhenmeter für Hähenmeter wird erkämpft, vor uns ein weisser, rauchender Berg. Es wird immer kälter und windiger, jetzt liegt Schnee und Eis schon hin und wieder auf der Strasse. Verbissen kämpfen wie uns aufwärts, Knieschmerzen sind höllisch, scheiss drauf – IGNORIEREN – ja nicht aufgeben – FUCK – es ist gigantisch was für Schmerzen man unterdrücken kann, wenn man will. Links udn rechts türmt sich Lavagestein von der Erruption 2002, hin und wieder steigen Rauchsäulen auf. Faszinierend. Autofahrer beklatschen uns, fangen gespräche unterm fahren an und beklupschen uns wie Ausserirdische, ihre Blicke sprechen Bände, sie können es nicht verstehen. Endlich geschafft, wir kommen auf 1800m beim Monte Conca Restaurant an. Es ist eiskalt, Schneesturm, sofort ab in die Hütte – KAAAFFFEEEE – seit ca. 12:00h sitzen wir in der Hütte und schlagen uns die Bäuche mit teurem Essen voll und trinken Kaffee in Massen 53€ M. Unterhalten uns mit sämtlichen Leuten so gut es geht, ein Hund frisst währenddessen unseren Schwamm. Draussen heult der Schneesturm mit 70 km/h. Nachtlager haben sie keines. Wir bekommen eine kleine Holzhütte zur Verfügung – Gott sei Dank – sonst müssten wir wieder die Hälfte der Strecke zurückfahren. Es ist jetzt 16:00h, wir begeben uns jetzt ins Quartier, um 05:00h starten wir morgen. Bis dann…

SCHATZ ich liebe dich über alles, noch nie habe ich mcih mit einem Menschen so sehr verbunden gefühlt – du bist meine Welt! Sollten wir uns nicht mehr sehen, ich bin glücklich gegangen, vergiss das bitte nie, und ich werde immer bei dir sein!!! VERSPROCHEN

19:44 wir können einfach nicht schlafen so früh, holen eine Packung Nüsse raus, futtern drauf los, lesen Andis Blog und warten aufs einschlafen.

28.03.14 Schneetreiben/Sturm

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05:00 Tagwache. Müsli futtern, Kaffee, zusammenpacken. Schnell noch 2 Wanderstecken fladern, Aufbruch. Wir starten auf den Lifttrassen, der Hund der Hütte ist auch mit dabei, Das Wetter ist katastrophal, Schnee- und Eissturm, 10cm Neuschnee. Bei der ersten Lifthütte rüsten wir um auf Goretexhosen, wie Feuer brennen die Eiskörner im Gesicht. So wird das heut nix, das ist mir schon bewusst. Wir kämpfen uns aufwärts, je höher umso eisiger wird der Boden, Windgeschwindigkeit 80 km/h, verständigen fast unmöglich, der Hund versucht immer wieder zwischen unseren Füssen Schutz zu suchen. Wenn wir stehen bleiben rollt er sich sofort ein, er tut mir schon so leid. Abwechselnd klopfen wir ihm das Eis vom Fell, dieser arme Kerl, ein winselndes häufchen Elend, aber er lässt sich nicht zurückscheuchen. Mittlerweile haben wir wirklich 0 Sicht, mit GPS suchen wir den Originalweg – ABBRUCH. So ist alles sinnlos. Wir haben den Weg und steigen abwärts, höher als 2500 sind wir nicht gekommen, was solls. Wir gehen die Trekkingstrasse aus weil wir eh nichts zu tun haben. Fast unten angekommen will uns gleich mal die Forestrale Polizei festnehmen, da wir bei diesem Wetter nicht auf den Berg dürfen – diese Vollpenner. Um 10 sind wir ca auf der Hütte. 15€N, 8€ M. warten bis 17h dann sperrt die Hütte zu. Das wird ein langer Tag. Wir vertreiben uns die Zeit mit Essen, Kaffeetrinken, Etna-DVD schaun, mit Tourengehern tratschen, wir lernen den Etnadonkeztracking-Führer kennen usw. Irgendwann ist es 17h und wir begeben uns wieder in unser kaltes Heim. 15€Noah

29.03.14 sonnig

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05:00 Tagwache. Frühstück, zusammenpacken, Start bei wunderschönem Sonnenaufgang, fast windstill. Perfekt. Steigen die Lifttrassen aufwärts, Doggy ist auch wieder mit dabei. Wir kommen gut voran, traumhafte Mondlandschaft, nach ca. 3H stehen wir am Gipfel. Ängstlich schleichen wir zum rauchenden Graterrand und werfen ein paar Blicke hinein, dann nichts wie weg hier, ganz wohl ist uns bei der Sache nicht. Machen ein zwei Bilder und dann sind wir auch schon wieder am Rückweg. Um 11:00 sind wir wieder bei unserer Hütte, machen uns reisefertig, verabschieden uns von Doggy und dann gehts auch schon abwärts von 2000 auf 0, eiskalt ist uns und meine Bremsen sind fertig. Schnell einen Kaffee und etwas Süsses 5,60€ Noah. 13 km weiterradeln nach Taormina, Kaffee und Tickets am BHF checken. Dann kommt auch schon der Zug, gleich wieder Komplikationen weil man am BHF kein Fahrradticket kaufen kann. Er verrechnet nur ein Bike und das kostet 9€M statt 3,50€, dieser Pisser. Englisch kann er natürlich auch nicht. Wir streiten ein wenig herum aber es hilft sowieso nicht – FUCK OFF – ich hab dieses Land oder eher diese Leute so satt, ich will heim!!! In Messina angekommen fragen wir nach einer Verbindung nach Österreich mit Rädern – IMPOSSIBLE bekommen wir zu hören. FICKT EUCH, wieso ist alles für euch unmöglich??? Nach einer halben Stunde diskutieren haben wir endlich ein Ticket nach Pauola 27€N, da wir ja nur ein Radticket haben und noch ein zweites kaufen müssen. Ich hol noch schnell einen Kaffee to go 2,60€ M, schnell zur Fähre, weg von diesem fucking Land. Die will gleich mal 14€ für 2 Räder – LECKT UNS, wir radeln zur nächsten und schippern um 6€ M. So ein scheiss land. Auf der fähre schmeissen wir uns 2 panierte Reis-Käse-Gemüse-Fleischgupfe in die knurrenden Mägen 5€M 5€N nach 40 Minuten Wartezeit und 20 Minuten Fahrzeit erreichen wir Villa S. Giovanni. Sogleich fährt auch schon unser Zug, ab gehts nach Pauola, weiter kommen wir heute nicht. 19:30 kommen wir dort an, extremer Hunger, sofort in die Pizzaria gegenüber und stopfen uns eine grauslich bis mittelmäßige Pizza rein 15€N. Schlafplatzsuche beginnt, wir fahren den Sandstrand in alle Richtungen ab aber es ist absolut nichts zu finden, jede Strandbude ist komplett eingezäunt und zusätzlich ein Sandwall rundherum aufgeschüttet, vor was haben die Italiener nur so Angst??? Egal, Notlösung BHF ist angesagt. Kaufen uns gleich noch 2 Tickets für morgen nach Nepal 35€M und suchen uns eine ruhige Ecke und breiten uns aus, gespannt warten wir ab, ob wir angefuckt werden aber nichts dergleichen, es ist komplett egal, wie alles in Italien. Lautsprecherdurchsagen, durchfahrende Züge, Penner und taghelle Beleuchtung lassen mich so gut wie kein Auge zutun. Gott sei Dank ist heute Zeitumstellung, eine Stunde weniger in diesem Drecksland.

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30.03.14 Egal, es geht heim!

05:00h Tagwache – also ich bin eh schon munter. Schnell aufs Klo, frischmachen, Zähneputzen während neben mir ein Penner Lautstark seinen Darm entleert – PFUI, so scheiss grindig – Bahgnsteig 3, unser Zug kommt um 6:10h

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